Der verschwundene Stadtteil

Wilma Evert, Johannes Tönnies, Rolf Ulatowski und Detlef Baade (v.l.) vom Arbeitskreis Flutdenkmal enthüllen die Erklärungstafel. (Foto: pr)

Eine neue Gedenktafel erinnert an die große Flut in Waltershof

Waltershof - Industrie, so weit man schaut. So sieht Waltershof heute aus. Doch bis Mitte der 70er Jahre hatten hier noch 4.096 Menschen ihr Zuhause. Sie machten auch die große Flut am 16./17. Februar 1962 mit. Jetzt erinnert eine neue Gedenktafel an das Ereignis, in dem 42 Waltershofer ihr Leben verloren.
„Ich habe mich geärgert, dass im Zusammenhang mit der großen Flut immer nur Wilhelemsburg erwähnt wird. Da habe ich ein Buch über die Flut und ihre Opfer in Waltershof geschrieben“, sagt Johannes Tönnies. Und nicht nur das: Der ehemalige Postbote in Waltershof engagiert sich auch im Arbeitskreis Flutdenkmal für eine Gedenktafel.
Zwei Jahre wurde für die Tafel gesammelt, auf der die Flutkata-strophe und ihre Auswirkungen auf Waltershof erklärt werden. Vor kurzem wurde die Tafel gleich neben dem Seemannsclub Duck-dalben enthüllt. „Der Text ist in Deutsch und Englisch. Denn in den Duckdalben kommen ja viele internationale Seeleute, die sich dann auch über das Geschehen informieren können“, so Tönnies.
Die Flut von 1962 war der Anfang vom Ende für Waltershof. „Die Flut hat alles zerrissen“, so Tönnies. Viele Waltershofer hatten ihre Häuser verloren, zogen weg. Der Stadtteil wandelte sich zum Industriegebiet. „Elbtunnel, Köhlbrand, Autobahn: Die Bewohner wurden durch den Ausbau der Industrie vertrieben“, bedauert Tönnies. „Heute leben nur noch drei Menschen hier. Die Waltershofer Bürger wurden vom Winde verweht. “

Infotafel und Gedenkstein
Seemannsclub Duckdalben
Zellmannstraße 16

Johannes Tönnies
Arbeitskreis Flutdenkmal
Tel. 870 11 57
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1 Kommentar
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Wolfgang Kühn aus Neugraben | 01.04.2014 | 21:55  
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