Der Tenor mit der Vogelspinne

Der Neuwiedenthaler Daniel Schliewa hat nicht nur seinen Bachelor in Musik gemacht, sondern ist heute auch ein gefragter Tenor. (Foto: pr)

Der Neuwiedenthaler Daniel Schliewa ist mit 21 Jahren bereits ein international gefragter Tenor

Neuwiedenthal - „Man sagt ja immer, Tenöre sind die Ostfriesen unter den Musikern und ein wenig bekloppt“, schmunzelt Tenor Daniel Schliewa. „Nicht, das ich den Ostfriesen damit zu nahe treten möchte. Aber wir Tenöre sind wirklich ein wenig speziell.“ Das ist der Neuwiedenthaler wirklich: Seit Kindesbeinen singt er und startet jetzt als Sänger international durch.

Wo haben Sie Ihre Kindheit verbracht?
D.S.: „In Neuwiedenthal. Hier ging ich auch zur Schule.“

Wie wurden Sie entdeckt?
Daniel Schliewa: „Im Fernsehen lief ein Casting-Aufruf für die Hamburger Alsterspatzen. Da ich als Kind schon gern gesungen habe, fuhr ich gemeinsam mit mit meiner Mutter hin – und ich wurde genommen. Ich sang anscheinend so gut, dass ich im Frühjahr 2002, da war ich neun Jahre alt, in den Hauptchor kam. Zwei Wochen später kam die Anfrage, ob ich Lust hätte, im Kinderchor in der Oper „Carmen“ mitzusingen und mitzuspielen. Ab da war es um mich geschehen: Die klassische Musik hat mich nicht mehr losgelassen.“
Ein weiterer Förderer des Teenagers Daniel Schliewa war Regionalkantor Jan Kehrberger. Vor gut drei Jahren suchte er Sänger für Bachs Matthäus-Passion. Daniel Schliewa meldete sich – und verblüffte den Regionalkantor: „Aufgrund seines Talents habe ich ihm geraten, sich nicht zu lange als Chorsänger zu versuchen“, erinnert sich Kehrberger.

Wie ging´s weiter?
D.S.: „Mit 15 Jahren hatte ich ja schon neben der Schule mein Studium an der Sänger-Akademie Hamburg aufgenommen. Im fünften Semester brach ich dort ab, nahm Privatunterricht und absolvierte in der Musk-hochschule Lübeck die Aufnahmeprüfung. Ich wurde genommen, und mit 20 Jahren hatte ich meinen ersten Gastvertrag am Theater Lübeck“, freut sich der heute 21-Jährige. Mittlerweile lebt er auch in Lübeck.

Haben Sie noch Lampenfieber?
D.S.: „Vor einem Auftritt ist immer Nervosität da. Sie wird auch nie weggehen.“

Wie lernen Sie fremdsprachige Texte?
D.S.: „Ich habe einmal eine tschechische Oper gesungen, obwohl ich nicht ein Wort Tschechisch kann. Aber ich habe Freunde aus der Slowakei. Die dortige Sprache ist dem Tschechischen ähnlich. Meine Freunde haben mir den Operntext Wort für Wort übersetzt und jede Silbe in Lautsprache über den Text geschrieben. Ich musste ja wissen, was ich singe.“

Haben Sie Haustiere?
D.S.: „Ja, ich habe zwei Vogelspinnen. Wenn ich auf Tour bin, können sie zu Hause allein bleiben.“

Konzertankündigung:
Les Grands Chanteurs
Daniel Schliewa, Ricardo Marinello, Chuqiao Wang
Cantique de noel
Sonntag, 14. Dezember, 18 Uhr
Michaeliskirche, Cuxhavener Straße 323
Eintritt frei, Spende erbeten
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