Der Reiz des Vergänglichen

Ulla von Brandenburg erhält den Kunstpreis Finkenwerder 2013, einem der höchst dotierten und renommiertesten Kunstauszeichnungen Europas. (Foto: Foto: pr)

Ulla von Brandenburg erhält den Kunstpreis Finkenwerder 2013

von Annekatrin Buruck, Finkenwerder
Kunst für die Ewigkeit ist ihre Sache nicht. „Man braucht keine Kunst für immer. Ich finde es gut, wenn Kunst vergeht.“ Mit dieser eher ungewöhnlichen Einstellung hat es Ulla von Brandenburg dennoch ganz nach vorn geschafft. Sie erhält den Kunstpreis Finkenwerder 2013, den der Kulturkreis der ehemaligen Elbinsel in diesem Jahr zum siebten Mal verleiht. Finanziert wird die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung vom Flugzeugbauer Airbus und der Baugenossenschaft Finkenwärder Hoffnung.
Von Brandenburgs Arbeit besticht besonders durch ihre Vielseitigkeit. Film- und Theaterperformances sowie Installationen gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie Zeichnungen, Aquarelle, Wandbilder und Scherenschnitte. Im Zentrum ihrer Arbeit aber steht das Theater, das die Künstlerin als Projektionsraum für Realität und Fantasie benutzt. Ihre Inszenierungen sind eine Kombination aus traditionellem Singspiel, Tableau vivant, Scherenschnitt und Schwarzweiß-Film.
Von Brandenburg greift gern auf Darstellungsformen des späten 19. Jahrhunderts und der beginnenden Moderne zurück. Mit ihrem Interesse für Okkultismus, Esoterik und Psychoanalyse spielt sie mit gesellschaftlichen Verhaltensmustern, Regeln und Konventionen. „Dabei reizt mich alles Vergängliche“, erläutert die Künstlerin. „Meine Wandbilder werden nach der Ausstellung übermalt, meine Aquarelle mit Wasser überschüttet, so dass sie fast verschwinden.“
Ulla von Brandenburg wurde 1974 in Karlsruhe geboren, studierte von 1995 bis 1998 Szenographie und Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und danach bis 2005 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seitdem erhielt sie mehrere Kunstpreise und hat ihre Werke in verschiedenen renommierten Ausstellungen gezeigt, unter anderem in Hamburg und London.
Am Montag, 3. Juni, wird der Preis in Anwesenheit von Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler im Airbuswerk verliehen. Ulla von Brandenburgs Werke werden vom 10. Juni bis 4. August im Kunsthaus Hamburg und seit dem 15. Mai in der Hamburger Kunsthalle gezeigt.
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