Der lange Weg zum Kurzstrecken-Ticket

Schülerin Hanna Nippe (15) aus Hausbruch hat nach ein paar Versuchen das Kurzstreckenticket im Automaten gefunden. „Gar nicht so einfach“, findet sie. (Foto: Claudia Pittelkow)

Frust am HVV-Fahrkartenautomaten: Warum ist das so komplizert?

von Christiane Handke, Claudia Pittelkow, Süderelbe
Bus- und S-Bahntickets sind nicht billig. Je nach Strecke kosten „normale“ Einzelkarten 1,90 Euro oder sogar 2,95 Euro. Zum Glück gibts noch die güns-tige HVV-Kurzstrecken-Karte: Eine Station von Neuwiedenthal bis Neugraben kostet 1,40 Euro. Allerdings: Von Heimfeld nach Neuwiedenthal kostet das
Ticket schon 2,95 Euro, obwohl es auch nur eine Station ist. Woran erkennt man eine Kurzstrecke? Am Fahrscheinautomaten gibt es deshalb immer wieder Probleme.
„Ich stand vor dem Automaten und konnte partout nicht rausfinden, wieviel ich für zwei Stationen zahlen muss“, erzählt Lieselotte Bernd. „Da geben bestimmt viele auf und zahlen sicherheitshalber den teureren Preis.“ Sogar das HVV-Personal, das sie ansprach, konnte nicht helfen. Auch Hanna Nippe findet den Ticket-Automaten unübersichtlich. Erst nach mehreren Versuchen hat die Schülerin die richtige Taste gefunden. „Da muss man erst mal drauf kommen“, sagt die 15-jährige Hausbrucherin.
Inzwischen hat auch Lieselotte Bernd das Geheimnis geknackt. Eigentlich ist es nämlich ganz einfach. Nur: Wissen muss man es. So gehts: Statt über die Tas-ten links, „Fahrkarten Schnellauswahl“ und „Einzelkarte“ zu gehen, drückt man auf die Taste rechts oben:  „Zielhaltestelle eingeben“ „Fahrkarten für HVV und Schleswig-Holstein“. Eine Tastatur klappt auf. Jetzt „Zielbahnhof“ drücken und den Namen des Bahnhofs eintippen, zu dem man hin will.
Warum ist das so kompliziert? „Ein immer wieder diskutiertes Problem“, sagt Rainer Vohl, Sprecher des HVV. „Man fragt uns oft: Warum legt ihr nicht einfach fest: Kurzstrecke ist der Abstand zwischen zwei Haltestellen, Nahstrecke der Abstand von drei Haltestellen. Aber von einer Haltestelle zur nächsten liegen in Hamburg manchmal nur 400 Meter – und draußen auf dem Land mehr als zehn Kilometer. Das ist ungerecht.“ Ein weiteres Kriterium sei die Erreichbarkeit. Einkaufszentren sollten von allen möglichst günstig erreicht werden können.
Das ist schön. Aber leider finden nur Kenner und Tüftler am Automaten den Weg zur Kurzstrecken-Karte. Vohl: „Ja, das wissen wir: Die Leute finden die Taste nicht. Obwohl wir sie schon vergrößert haben und an manchen Automaten Aufkleber angebracht haben, um auf sie hinzuweisen.“
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