Dauerärgernis: Reinigung der Grünanlage am Minnerweg – Das Müll-Bermuda in Neuwiedenthal

Zwischen dem Herbstlaub des vergangenen Jahres lugt der Müll hervor.
 
Die begehbare Fläche wird immer kleiner, die Vegetation nimmt sich den Fußweg.

Der Stadtteil in Neuwiedenthal beheimatet tausende Menschen. In der dichtbesiedelten Betonwüste ist jedes grüne Fleckchen Erde der Naherholung dienlich. Die Wertschätzung der Grünanlage am Minnerweg jedoch könnte geringer nicht sein.

Der Park ist ein Schandfleck im Herzen des Stadtteils.


Der trotz seines schmuddeligen Images gut besuchte Park befindet sich zwischen den Straßen Birkenbruch, Rehrstieg und Quellmoor. Zuwegungen gibt es von allen Straßen, aber auch direkt von der Stadtteilschule Süderelbe. Er grenzt an einen Kleinkinderspielplatz und umschließt zwei ebenfalls nicht gepflegte Bolz und Freizeitplätze. Gelegentlich werden diese auch als Landeplatz für Rettungshubschrauber genutzt.

Der trostlose und ungepflegte Park ist ein Dauerägernis bei den Anwohnern, er hat nicht nur wenige Mülleimer, wodurch der ganze Park unter dem Wegwerfreflex von Schülern und anderen Parkbesuchern leidet, auch die Pflanzen und die Erde verdecken fast komplett die Kantsteine, die Wege sind vermost. An einigen Stellen sind die Überreste zerbrochener Glasflaschen ein Ärgernis für Hundebesitzer und Menschen mit kleinen Kindern.

Die Zuständigkeiten sind unklar.


Seit Jahren streiten sich Stadtreinigung und die Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes über Zuständigkeiten. Letzte beruft sich auf die Reinigungspflicht der Anrainer des Parks. Das ist im Wesentlichen die Baugenossenschaft Finkenwärder-Hoffnung, die sowohl am Rehrstieg als auch am Quellmoor mehrere Wohneinheiten im Bestand hat. Deren Sprecher Christoph Wiese und Torben Schulte haben aufgrund unserer Anfrage die Rechtslage noch einmal „wohlwollend“ geprüft und die Stadt Hamburg als zuständig ausgemacht.

Im Jahre 2013 war ein Antrag der SPD-Fraktion, der sich mit dem Thema befasst hatte, durch die Bezirksversammlung in den Hauptausschuss verwiesen worden, um dort dann still und heimlich beerdigt zu werden. Dabei blieb die wesentliche Frage offen, nämlich wer und wie oft dieses Areal zu reinigen und gärtnerisch zu pflegen hat. Ein direkter Anwohner sieht uns beim Fotografieren zu und gibt resigniert seine Meinung zu Protokoll: „Ich wohne hier seit 30 Jahren und kenne das nicht anders“.

Dauerhafte Lösung gefragt.


Zwar reagiere die Stadt bzw. auch das Bezirksamt immer dann, wenn sich Bürger beschweren, doch im Zeitalter elektronischer Terminplaner könne man doch wenigstens zwei- bis dreimal jährlich eine Pflege der Anlage vornehmen, eventuell sogar zwei weitere Müllcontainer aufstellen, aber auch gleichzeitig für deren regelmäßige Entsorgung garantieren.

Kurzfristige Abhilfe schaffen nun die Mitglieder des Stadtteilbeirats Neuwiedenthal. Dort hatten sich Jugendliche gemeldet und Fotos präsentiert, die ein wirklich unwürdiges Bild auf Neuwiedenthal werfen. Sie wünschen sich ein sauberes Umfeld und einen pfleglichen Umgang mit der Natur. Im Rahmen der Aktion „Hamburg räumt auf“ hat die Stadtreinigung nun Mülltüten, Handschuhe und Papierzangen bereitgestellt. Zum Anpacken haben sich bereits mehr als 18 Personen angemeldet. Hoffnung keimt auf, dass nun auch die Verwaltung endlich ihre Hausaufgaben macht.
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