Das war das Jahr 2012

Menschen! Ob alt oder jung, Punk oder Politiker, sie stehen im Mittelpunkt von allem, was das Wochenblatt schreibt. Das war 2012 so und wird im Jahr 2013 genau so sein. Versprochen!
 
Januar: Hobbyfotograf Hans Dieckmeyer verschenkt Postkarten mit Neuwiedenthal-Motiven.
 
Januar: Mieter ärgern sich über Müll in der Neuenfelder Seehofsiedlung. (Foto: Annekatrin Buruck)
 
Februar: 50 Jahre Flut. Am 16. Februar 1962 werden Neuenfelde (Foto) und viele andere Stadtteile an der Elbe überflutet. (Foto: Foto: pr)

Der große Jahresrückblick im Wochenblatt

Januar:
• Liebe Grüße aus Neuwiedenthal: Hobbyfotograf Hans Dieckmeyer macht schöne Bilder vom Quartier und lässt sie mit Unterstützung des Stadtteilmarketings Neuwiedenthal auf Postkarten drucken. Die 3.000 Karten mit sechs Motiven gibts kostenlos zum Mitnehmen. Sie sind in wenigen Wochen vergriffen und werden nachgedruckt.
• Tragisch: 61-Jährige Frau stirbt bei einem Brand in ihrer Wohnung im Süderelbering 3. In dem Hochhaus kommt es regelmäßig zu Bränden – Mieter fürchten um ihre Sicherheit!
• Müll-Alarm in der Seehofsiedlung: Anwohner ärgern sich über illegal entsorgten Abfall am Straßenrand. Neuer Eigentümer der 456 Wohnungen in der Siedlung richtet Wachdienst ein.

Februar:
• Der Monat steht ganz im Zeichen der verheerenden Flutkatastrophe vom 16. Februar 1962: 50 Jahre danach erinnern hamburgweit offizielle Gedenkveranstaltungen an die 315 Todesopfer – viele davon in Waltershof, Neuenfelde (Foto), Francop und Finkenwerder. Überlebende melden sich beim Wochenblatt und erzählen ihre Geschichte.
• Streit um das Autohaus Rubbert an der Cuxe. Rewe will einziehen, doch es gibt Gegenwind von Politikern und Neugrabener Gewerbetreibenden, die Umsatzeinbußen fürchten. Der Protest wird noch lauter, als der Eigentümer droht, an ein Bordell zu vermieten. Die Folge: Am Jahresende steht das Untergeschoss leer.
• Schlecker ist pleite! Mitarbeiterinnen und Kunden bangen um die Neuwiedenthaler Filialen, doch bis Mai sind beide dicht. Deutschlandweit verlieren über 13.000 Schlecker-Frauen ihre Jobs.
• Die Elbe ist wochenlang gefroren. Binnenschiffer stecken im Eis fest und müssen in Finkenwerder ausharren. Verdienstausfall!

März:
• Dreister Diebstahl I: Am helllichten Tage klauen Unbekannte eine Bordeauxdogge aus Stein vor Sabine Albers Haustür. 15 Jahre lang hatte der Hund das Reihenhaus der Neuwiedenthalerin bewacht – Albers ist stinksauer!
• Dreister Diebstahl II: In Neugraben verschwindet der Marktanhänger von Fischverkäufer Nils Holst – und das schon zum zweiten Mal! Holst und seine Frau rufen per Facebook zum Mitsuchen auf. Ein paar Wochen später findet die Kripo den Anhänger in einer Lagerhalle in Wischhafen wieder.
• Engagierte Bürger gründen die „Finkenwerder Initiative gegen Rechts“. Vor dem Hintergrund der Mordserie der neofaschistischen Gruppe NSU wollen sie ein Zeichen gegen Neonazis setzen.
• Margrit Bunk aus Elstorf findet ein 200 Jahre altes Wochenblatt in ihrem Keller. Das Elbe Wochenblatt recherchiert: Gedruckt wurde die historische Zeitung von 1814 bis 1844 in Husum. Viel wert ist die einzelne Augabe leider dennoch nicht.

April:
• Am Bahnhof Neugraben fehlen Fahrstühle. Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen müssen weite Wege in Kauf nehmen, um zum BGZ Neugraben zu kommen. Dort befinden sich auch eine Grundschule und eine Kita. Harburgs Baudezernent Jörg Penner versichert: Die Fahrstühle sind geplant! Wann sie gebaut werden, will er nicht verraten.
• Hamburg Port Authority macht das Estesperrwerk (Foto) fünf Monate lang für Reparaturarbeiten dicht. Autofahrer müssen lange Umwege in Kauf nehmen, Busse fahren nicht. Die Cranzer fühlen sich von der Außenwelt abgeschnitten und gehen auf die Barrikaden.
• Neu Wulmstorfer Hundehalter fordern Kotbeutel-Spender und eine Freilauffläche für ihre Vierbeiner. Sie gründen eine Bürger-Initiative, sammeln über 800 Unterschriften und machen Druck bei der Gemeindeverwaltung.
• Ralf Neubauer (SPD) aus Finkenwerder übernimmt den Vorsitz des Jugendhilfeausschusses im Bezirk Mitte von Johannes Kahrs. Der legte sein Amt nieder, nachdem die elfjährige Chantal aus Wilhelmsburg in der Wohnung ihrer drogensüchtigen Pflegeeltern an einer Methadonvergiftung gestorben war.

Mai:
• Der Bezirk Mitte und damit auch Finkenwerder hat einen neuen „Bürgermeister“: Andy Grote (SPD) wird mit deutlicher Mehrheit zum neuen Bezirksamtsleiter gewählt. Sein Vorgänger, der wegen Chantals Tod zurückgetretene Markus Schreiber, findet schnell wieder einen (gut bezahlten) Job: als Prokurist in einem auf Wohnungsbau spezialisierten Immobilienunternehmen im feinen Harvestehude.
• Nach der Sietas-Insolvenz vergangenen November bringen fünf interessierte Investoren neue Hoffnung. Schließlich wird die Gruppe zerschlagen, die Neuenfelder Maschinenfabrik und die Norderwerft werden verkauft. Die neuen Eigentümer übernehmen alle verbliebenen Mitarbeiter. Doch auf der Sietas Werft bangen auch am Jahresende noch 400 Arbeiter um ihre Jobs. Denn ohne einen neuen Auftrag will kein Unternehmen Deutschlands ältester Schiffswerft kaufen.

Juni:
• Ausgerechnet im chronisch unterfinanzierten Freibad Neugraben brechen Unbekannte ein und machen sich mit den Einnahmen von zwei Wochen davon. Mehrere Tausend Euro sind weg! Ein harter Schlag für das kleine Nachbarschaftsbad in Neuwiedenthal.
• Rotwild treibt sein Unwesen auf dem Friedhof Neu Wulmstorf. Zwei Rehe fressen Grabschmuck und ärgern Besucher. Die Gemeinde versucht monatelang vergeblich, die Tiere loszuwerden. Schließlich schaffen es 30 Feuerwehrleute gemeinsam mit 60 Bürgern, die Rehe zu vertreiben.
• Röttiger Kaserne: Um mit den Bauarbeiten für die neue Siedlung beginnen zu können, will die Finanzbehörde das 55 Hektar große Areal auf Bomben untersuchen lassen. Damit der Kampfmittelräumdienst arbeiten kann, sollen dort alle Bäume gefällt werden. Der Bezirk Harburg erteilt Fällgenehmigungen für 1.500 Bäume. Naturschützer, Anwohner und Politiker wollen nicht tatenlos zusehen – ein Bürgerbegehren ist im Gespräch. Schließlich testet man eine alternative Methode, die nicht alle Bäume das Leben kosten soll.

Juli:
• Der „Heidschnuckenweg“ von Fischbek nach Celle wird eröffnet. Ab sofort sorgen 100 Wegweiserpfosten und 400 Wegweiserblätter dafür, dass sich Wanderer auf der 233 Kilometer langen Strecke nicht verlaufen.
• Anwohner im Bredenheider Weg sollen gegen ihren Willen für den Ausbau ihrer Straße blechen. Kurzerhand gründen sie eine Bürgerinitiative und sammeln 1.200 Unterschriften. Mit Erfolg: Der Neu Wulmstorfer Gemeinderat schafft die Straßenausbaugebühren ab, dafür steigt die Grundsteuer.
• Laut einer Vorgabe des SPD-Senats müssen alle Bezirke in 2013 die Mittel für offene Kinder- und Jugendarbeit um zehn Prozent kürzen. Viele Einrichtungen und Angebote stehen vor dem Aus. Sozialarbeiter aus Sandbek und Neuwiedenthal schlagen Alarm: Ohne die Spielhäuser befürchten sie einen Anstieg von Gewalt und Jugendkriminalität.

August:
• Nach über 20 Jahren schmeißt Passage gGmbH, der Betreiber des Freibads Neugraben, das Handtuch. Der Grund: Für die Saison 2013 sind alle Ein-Euro-Jobs gestrichen worden. Der Bezirk Harburg verhandelt mit mehreren Interessenten. Im November steht fest, dass Bäderland Hamburg das Bad übernehmen wird. Viele Neuwiedenthaler fürchten, dass ihr Nachbarschaftsbad seinen sozialen Charakter verliert. Eines ist jetzt schon klar: Die Eintrittspreise werden steigen.
• Eine Nachricht erschüttert ganz Moorburg: Der Senat will ab dem 1. Dezember drei ehemals sicherungsverwahrte Sexualstraftäter in einem alten Bauernhaus im Moorburger Elbdeich unterbringen. Die Dorfbewohner protestieren, diskutieren und demonstrieren, doch der Senat lässt nicht mit sich reden. Schließlich suchen sich zwei der Männer andere Bleiben und nur einer zieht in Moorburg ein.
• Im Süderelberaum werden 546 Erstklässler eingeschult. Auch Tim und Chris aus Hausbruch freuen sich auf ihren ersten Schultag in der Stadtteilschule Fischbek/Falkenberg.

September:
• Neuwiedenthaler Mütter starten eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Spielhauses. Diese und andere Einrichtungen im Süderelberaum sind gefährdet, nachdem der Senat zehn Prozent Etat-Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit angekündigt hatte.
• Die Cranzer atmen auf: Nach monatelanger Reparatur wird das Estesperrwerk wieder geöffnet. Ab sofort heißt es wieder: Freie Fahrt über die Este!
• Jetzt sollen die Bagger endlich rollen: Die Schulbehörde will mit lang ersehnten Baumaßnahmen beginnen und hat eine Prioritätenliste aufgestellt. Im Süderelberaum plant die Behörde, 72 Millionen Euro zu investieren. Allein 27,4 Millionen sollen in die Sanierung und Erweiterung der Stadtteilschule Fischbek/Falkenberg fließen. Hier werden zurzeit mehrere Schulklassen in Containern unterrichtet.

Oktober:
• Drei Monate lang haben sich Restauratoren ins Zeug gelegt, dann erstrahlt die Furtwängler-Orgel in der Finkenwerder St. Nikolaikirche wieder in neuem Glanz. Die Renovierung des 1881 erbauten Instrumentes hat 50.000 Euro gekostet.
• Der Senat stellt einen neuen Hafenentwicklungsplan auf und zerstört die Hoffnung der Moorburger. Ihr Dorf wird zumindest bis 2025 nicht aus der Hafenerweiterung entlassen. Damit schwebt das Damoklesschwert weiter über Moorburg.
• Kaputte Rolltreppen, abblätternde Farbe und viele leere Läden: Das sanierungsbedürftige Süderelbe Einkaufszentrum (SEZ) bietet seit langem ein trostloses Bild. Zum 30. Bestehen des SEZ laden die Händler trotzdem zur Geburtstagsparty.

November:
• Unternehmer Mevlüt Yilmaz sagt der Harburger Verwaltung den Kampf an. Auf seinem Grundstück an der Cuxe darf der Harburger keinen Gebrauchtwagenhandel eröffnen. Es handle sich um ein Wohngebiet, argumentiert die Behörde. Doch um das Neugrabener Grundstück herum befinden sich fast ausschließlich Betriebe. Yilmaz und sein Anwalt lassen nicht locker und planen vor Gericht zu gehen.
• Das „Park and Ride“-Haus Neugraben bekommt schlechte Noten vom ADAC. Schuld seien Jugendgruppen, die vor Ort ihr Unwesen treiben, so der Betreiber.
• Die Bezirksversammlung Harburg zeichnet eine Neugrabenerin aus: Mariola Scharfenberg, die Initiatorin der Neugrabener Schneiderwerkstatt für Frauen aller Nationen, bekommt den Integrationspreis 2012.

Dezember:
• Menschen! Ob alt oder jung, Punk oder Politiker, sie stehen im Mittelpunkt von allem, was das Wochenblatt schreibt. Das war 2012 so und wird im Jahr 2013 genau so sein. Versprochen!
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