Das Tor sitzt wieder

Langsam und vorsichtig nähert sich der Schwimmkran mit seiner kostbaren Fracht dem Estesperrwerk. (Foto: Annekatrin Buruck)

Nach einem Probebetrieb wird das Estesperrwerk Mitte September freigegeben

von Annekatrin Buruck, Neuenfelde/Cranz
Um 10 Uhr war es geschafft. Nach drei Monaten Reparaturzeit hängt das Tor des Estesperrwerks wieder in seiner Verankerung. Für die Spezialisten der zuständigen Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) bedeutete das zentimetergenaue Arbeit und vor allem frühes Aufstehen. Bereits kurz nach Sonnenaufgang hatten Arbeiter auf der Sietas-Werft das 160 Tonnen schwere Tor an den großen Schwimmkran gehängt, der sogar bis zu 200 Tonnen tragen kann. Um kurz nach sieben Uhr machte sich der Stahlkoloss mit seiner Fracht auf die nur wenige 100 Meter lange Fahrt die Este hinunter zum Sperrwerk.
Beim Einhängen des Tors kam sogar ein HPA-eigener Taucher zum Einsatz, der den richtigen Sitz am unteren Ende des Tors kontrollieren musste. „Dort unten herrscht Null Meter Sicht“, erklärt HPA-Sprecher Alexander Schwertner. So konnte der Taucher auch nur ertas-ten, ob alles seine Richtigkeit hatte. Schließlich war klar: Das Tor sitzt, und um 11 Uhr konnte der Schwimmkran den Rückweg antreten.
In den nächsten Tagen wird das Tor wieder mit den Betriebskomponenten des Sperrwerks verbunden. „Das Tor ist ja nicht nur einfach eine große Tür, sondern mit einer Menge Technik ausgestattet“, erklärte Schwertner. Dazu gehören das Spülsystem im Tor und der Hydraulikzylinder zum Öffnen und Schließen. Zum Schluss wird die Stützkonstruktion am Tor wieder abgebaut. „Diese Arbeiten werden bis Ende August abgeschlossen sein“, bestätige HPA-Sprecherin Sinje Pangritz.
Danach beginnt der zwei- bis dreiwöchige Probebetrieb. „Das ist erforderlich, weil neue Anlagenkomponenten eingebaut worden sind“, ergänzt Pangritz. Darunter sind zum Beispiel Niederhalter gegen ein Herausheben der Tore, ein zusätzliches Spülsystem, das die Tornischen von Sedimenten freihält, Anpassungen in der Steuerungstechnik sowie zusätzliche Sensoren zur Überwachung der Anlage. Mitte September soll die Straßenbrücke über die Estemündung wieder für den Verkehr geöffnet werden.
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