Das Geld liegt auf der Straße

Idyllisch, aber es gibt weder Bürgersteige noch Straßenbeleuchtung. Es ist geplant, die Dritte Meile fertig zu bauen. Das wird teuer. Zahlen müssen Anwohner oder Eigentümer.

... und die Behörden greifen zu! – Straßen werden hergerichtet – Anwohner müssen zahlen

Süderelbe - Ob Im Alten Nincop, Dritte Meile, oder Schütteneck: Der Bezirk Harburg will insgesamt 59 Straßen in Schuss bringen. 17 von ihnen liegen im Süderelbe-Raum. Bittere Pille für die Anwohner: Sie müssen zahlen.

Die Straßen sind doch befahrbar. Was soll noch gemacht werden?
„Eine erstmalig endgültige Herstellung ist völlig unabhängig davon, ob eine Straße schon befahrbar ist“, so Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. Im Klartext: In jeder der Straßen fehlt immer noch irgendetwas, damit sie „fertig“ ist. Das kann ein Gehweg sein, die Beleuchtung oder ein nicht-befestigter Fahrbahnrand.
Kurios: Auch die südliche Dritte Meile gehört dazu. Hier fahren aber nur ganz wenige Autos entlang. Fußgänger und Autofahrer kommen gut damit klar, dass beidseitig ein gepflasterter Bürgersteig fehlt. Unangenehm wirds nur bei Regen: Fußgänger müssen im Matsch oder auf der Straße gehen.
Dass es keine Beleuchtung gibt, ist auch nicht so klasse.

Warum werden die Straßen gerade jetzt fertig gestellt?
Hamburgs Kassen sind leer, Hamburg braucht Geld. Die Straßen sind zwar da, aber keiner der Anlieger hat je dafür gezahlt. Erst, wenn Straßen endgültig erschlossen sind, können die jetzigen Anwohner und Grundstückseigentümer zur Kasse gebeten werden. „Die Summen richten sich nach Art und Umfang der jeweiligen Maßnahme und müssen erst nach der Durchführung der Maßnahme gezahlt werden. Diese können auch gegebenenfalls in Raten bezahlt werden“, so
Stricker.

Warum müssen die Anlieger zahlen?
Stricker: „Die Gemeinschaft aller Steuerzahler finanziert den Ausbau und die Erschließung einer Straße zu 100 Prozent vor. Davon profitiert dann letztlich nur ein minimaler Teil der
Steuerzahler, nämlich die Grundstückseigentümer. Sie kommen erst durch diese Maßnahmen zu einem werthaltigen, erschlossenen Grundstück.“
Zehn Prozent der Gesamtkosten trägt die Stadt, da die Straße auch dem Durchgangsverkehr nützt.

Wann gehts mit den Bauarbeiten los?
Das steht noch nicht genau fest. „Das kann Jahrzehnte dauern, bis alles fertig ist“, so Jürgen Heimath (SPD). Zuerst soll eine Liste der wichtigsten Straßen erstellt und mit den Anwohnern abgesprochen werden. „Die Dritte Meile genießt keine Priorität“, versichert Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamtes Harburg.

Wie teuer wird das?
Das hängt ganz davon ab, was genau gemacht werden muss. Für den Südteil der Dritten Meile sind beispielsweise 307.000 Euro für Planungs- und Baukosten angesetzt.

Um diese Straßen gehts: Achtern Brack, An der Falkenbek, An der Strecke, Beim Bergwerk, Domänenweg, Dritte Meile, Heidblick, Heidkrug, Im Alten Nincop, Rosengarten, Schütteneck, Striepentwiete, Thiemannstraße, Ulenflucht, Waldschlucht, Wulmsberggrund, Wulmstal

nfos zu Anliegerbeiträgen gibt es unter
❱❱http://www.hamburg.de/fb/anliegerbeitraege
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