Das ehemalige Ortsamt verfällt!

Wenn sich nicht bald ein neuer Nutzer findet, verfällt das ehemalige Ortsamt. (Foto: mag)

Preisvorstellungen der Finanzbehörde schreckt anscheinend Käufer ab

Andreas Göhring, Hausbruch – Es ist ein Jammer! Das ehemalige Ortsamt am Ehestorfer Heuweg gammelt vor sich hin. Hin und wieder gab es mal Interessenten für das idyllisch gelegene Gebäude, aber es gab nie eine Einigung über den Kaufpreis, und so verfällt ein Stück Hausbrucher Geschichte. Und die Finanzbehörde muss sich fragen, ob sie dem Wertverlust noch länger zusehen will.
Es ist kein Geheimnis, dass sich zuletzt die Rudolf-Steiner-Schule für Grundstück und Gebäude interessiert hat. Sie wollte dort einen „Bewegungskindergarten“ mit Waldorf-Pädagogik einrichten. Auch das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Schule und Finanzbehörde ist bekannt: Es gab völlig unterschiedliche Vorstellungen darüber, welchen Wert die Immobilie hat.
Danach tat sich nicht mehr viel – nur ein paar Interessenten der besonderen Art traten in Erscheinung: nächtliche Gestalten, die sich im Gebäude breit machten und – aus lauter Lust an sinnlosem Tun –  alles kaputt machten, was ihnen in den Weg kam.
Das alles wollte die CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung nicht mehr länger hinnehmen und stellte eine Kleine Anfrage: Unter anderem wollte sie wissen, was auf dem Grundstück baurechtlich überhaupt erlaubt sei. Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer: „Vielleicht kann man die Vermarktungschancen auch erhöhen, wenn man das Grundstück ganz oder teilweise rodet. Immerhin ist es schon ziemlich zugewuchert.“

Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet

Die Nutzungsmöglichkeiten des Grundstücks sind offenbar beschränkt. Das Bezirksamt weist in seiner Antwort auf die CDU-Anfrage, dass die Fläche im Landschaftsschutzgebiet Neugraben und im Wasserschutzgebiet Süderelbmarsch/Harburger Berge liegt, mithin „ein wesentlicher Bestandteil des Biotopverbunds der Waldlebensräume westlich und östlich des Ehestorfer Heuwegs“ ist. Deshalb könnten allenfalls die bestehenden Gebäude genutzt werden.
Aus den gleichen Gründen könne auch eine teilweise oder komplette Rodung nicht genehmigt werden. Außerdem sei das Grundstück „fast flächen-
deckend von einem sehr wertvollen, waldartig ausgebildeten, von mächtigen Einzelbäumen dominierten Gehölzbestand geprägt, der im hohen Grade schützenswert“ sei.
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