„Da waren schon genug Pannen“

Das Kraftwerk ist angeknipst: Dr. Frank May, Head of Heat Operations Hamburg, Hubertus Altmann, Vorstand Generation, und Dr. Karsten Schneiker, Leiter Kraftwerk Moorburg, schauen gespannt auf den Bildschirm. Der erste Block produziert Strom fürs Netz. (Foto: vattenfall)

Kohlekraftwerk Moorburg: Der erste Kraftwerksblock produziert zum ersten Mal
Strom fürs Netz – Moorburger bleiben skeptisch

Moorburg - Jetzt liefert er zum ersten Mal Strom: der erste Kraftblock im Steinkohlekraftwerk Moorburg. In den nächsten Monaten soll die Anlage noch weiter getestet werden, bis sie im Herbst 2014 dauerhaft in Betrieb gehen soll. Die Moorburger stehen dem Start skeptisch gegenüber.  „Da waren schon genug Pannen“, sagt Heike Herder vom Ständigen Gesprächskreis Moorburg. „Das Vertrauen in das Kraftwerk ist nicht gerade groß.“
Die erste Netzschaltung des Kraftwerkblocks ist „ein entscheidender Meilenstein für die Vorbereitung zum Dauerbetrieb des
ersten Blocks“, so Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter Vattenfalls für Hamburg und Norddeutschland. In den nächs-ten Monaten soll die Anlage weiter verbessert werden und nur ab und an für Tests ans Netz gehen. Im Sommer soll der Kraftwerksblock zwei Monate am Stück erprobt werden, bis er voraussichtlich im Herbst 2014 dauerhaft ans Netz geht.
Damit hinkt Vattenfall wieder seinem Zeitplan hinterher. Ursprünglich sollte der erste Block des Kraftwerkes 2012 in Betrieb gehen, der zweite ein Jahr später folgen. Noch vergangenen Sommer kündigte Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender Vattenfall Europa, an: „Das Kraftwerk Moorburg geht Ende 2013 voll in Betrieb."
Daraus wurde nichts, ist doch die Geschichte des Kraftwerks eine Abfolge von Pannen. Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2011 wurden Haarrisse an den Schweißnähten der Dampfkessel festgestellt. Gut zehn Prozent des Kesselstahls mussten ausgetauscht werden. Die Inbetriebnahme wurde mehrfach verschoben.
Im Juni 2013 wurde zum ers-ten Mal der Brenner gezündet. Eine dunkle, stinkende Wolke zog über Moorburg. Einige Anwohner klagten über Kopfschmerzen, Atemnot und Übelkeit. Ebenfalls im Sommer des vergangenen Jahres musste der Hybridkühlturm ausgeschaltet werden. Man fand Legionellen im Kühlwasser.
Jetzt produzierte Block B erstmals Strom, der ins Stromnetz eingespeist wurde. Für die Moorburger kein Grund zum Jubeln: „Wir wollen gar nicht, dass das Kraftwerk ans Netz geht“, so Herder. „Wir wollen das Kraftwerk nicht!“
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Volker Gajewski aus Altona | 05.03.2014 | 10:40  
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