CDU und SPDstreiten um Freibad Neugraben

Bis zu 15.000 Besucher zählt das Freibad Neugaben pro Saison.

Bezirk will die Einrichtung mit 74.000 Euro fördern, doch woher das Geld kommen soll, hat die SPD noch nicht entschieden

von Marion Göhring, Neugraben
Die gute Nachricht zuerst: Das kleine, aber feine Freibad Neugraben an der Neuwiedenthaler Straße wird auch in diesem Jahr geöffnet werden. Die Finanzierung des Betriebs ist gesichert. Das versichert Jürgen Heimath, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg. Es sei nur noch die Frage, aus welchem Topf die benötigten rund 74.000 Euro genommen werden. Heimath: „Wir arbeiten daran.“
Die Zeit drängt – wenn die SPD in der kommenden Bezirksversammlung am 28. Februar ihr Gesicht wahren will. Denn die Opposition macht Druck, allen voran CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer. Der wirft der regierenden SPD nämlich schlicht vor, die Existenz des beliebten Freibads zu gefährden. Fischer: „Zwei Harburger Fachausschüsse haben einstimmig – also mit den Stimmen der SPD – empfohlen, 74.000 Euro für den Betrieb des Freibades aus Bezirksmitteln zur Verfügung zu stellen.“ Trotzdem habe die SPD versucht, einen Beschluss der Bezirksversammlung zu verhindern. Sie wollte das Thema einfach nicht auf die Tagesordnung setzen lassen. „Die SPD wollte mal wieder kneifen“, sagt Fischer. Und er glaubt auch zu wissen warum: Die SPD wolle mit dem Geld lieber ihr wohlgesonnene Vereine und Einrichtungen unterstützen. Deshalb habe er darauf bestanden, dass in der nächsten Bezirksversammlung doch über die Finanzierung des Freibades gesprochen werde, sagte Fischer.
Jürgen Heimath weist Fischers Behauptungen entschieden zurück: „Herr Fischer sagt leider nicht die Wahrheit.“ Dem Bezirk stünden insgesamt nur 76.000 Euro zur Verfügung, um das Engagement von Vereinen und Einrichtungen zu unterstützen. Das Geld wäre also auf einen Schlag fast komplett verbraucht. Heimath: „Da muss es doch noch andere Möglichkeiten geben.“
Das kleine Freibad in Neugraben war schon in den 50er-Jahren eröffnet worden. 1988 trennte sich die Bäderland GmbH von dem Bad, es sei nicht mehr rentabel zu betreiben. Zunächst verhinderte ein privater Betreiberverein die Schließung des so wichtigen Treffpunkts für Kinder und Jugendliche aus Neuwiedenthal und Umgebung. Seit Mitte der 90er-Jahre wird das Bad von der „Passage gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Integration mbH“ betrieben.
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