Buslinie 146 sorgt für Ärger

Einige Anwohner der Rudolf-Kinau-Allee kritisieren die geplante Busanbindung ihrer Wohnstraße an die Buslinie 146. Foto: pr

HVV weist Kritk der Anwohner zurück

Von Rachel Wahba.
Der HVV will sein Verkehrsnetz in Finkenwerder ausbauen. Ab dem neuen Winterfahrplan soll die Rudolf-Kinau-Allee mit drei neuen Haltestellen angeschlossen werden. Bevor der Winterfahrplan am 16. Dezember in Kraft tritt, hat sich der Protest bereits formiert. Die Linie 146 soll ein Jahr lang nur im Probebetrieb die Haltestellen bedienen.
Die Anwohner kritisieren zum einen, dass sie nicht frühzeitig in die Planungen und Diskussionen eingebunden waren. Zum anderen halten sie die jetzigen Pläne des HVV für wenig zielführend. „Wir sind nicht prinzipiell gegen einen Bus in der Rudolf-Kinau-Allee, aber die geplanten Zeiten, zu denen der Bus fahren soll, machen wenig Sinn. Zudem ist bis heute nicht geklärt, wo die Busfahrer an der Endhaltestelle in dem Wohngebiet zur Toilette gehen können“, sagt Thorsten Hüttmann, einer der Anwohner.
Um 9.04 Uhr fährt der erste Bus ab der Haltestelle Neue Bullerrinne. Das sei zu spät für Schulkinder und zu spät für Rentner, die, so Hüttmann, meist früher zum Arzt müssten oder schon um 8 Uhr zum Wochenmarkt fahren wollten. Und: Der Bus soll nur alle zwei Stunden fahren. Das ist laut Hüttmann verbesserungswürdig.
Aus Sicht der Kritiker gibt es einen weiteren Aspekt, der bei den Planungen wenig ausgereift ist: die Sicherheit. Derzeit wird die Durchfahrt durch die Rudolf-Kinau-Allee durch parkende Autos behindert. Aus Sicht des HVV müssten für die abgestellten Autos Parkbuchten eingerichtet werden, damit der Bus ungehindert durchkäme. Doch die zu bauen, das dauert.
Kurzum: Wird Geld für eine unnötige Buslinie ausgegeben? Hüttmann: „Der HVV sagt uns zwar, dass aus seiner Sicht durch die Anbindung unserer Straße keine Kosten entstünden, aber diese Parkbuchten und Haltestellen muss ja irgendjemand bezahlen, notfalls der Steuerzahler. Ob die Kosten den Nutzen der neuen Busanbindung rechtfertigen, ist zumindest sehr fragwürdig.“

Das sagt der HVV
Aus Sicht des HVV ist der Protest der Anwohner jetzt kaum nachvollziehbar. „Die grundsätzliche Überlegung, dort in der Rudolf Kinau Alle eine Buslinie zu führen, resultiert aus der Initiative der Anwohner", sagt HVV-Sprecher Rainer Vohl.
Die Kritik, dass der Bus erst wenige Minuten nach 9 Uhr seinen Betrieb aufnimmt, will Vohl auch nicht gelten lassen. Es sei eine Abwägung zwischen den Kosten und den Wünschen der Anwohner. Möglicherweise zeige der Testbetrieb, dass künstig schon frühere Fahrzeiten angeboten werden müssten. Genau das aber müsse jetzt erstmal der Testbetrieb ermitteln.
Die Befürchtung einiger Anwohner, in der Buskehre würde ein Dixi-Klo für die Busfahrer aufgestellt werden müssen, kann Rainer Vohl entkräften. „Die Busfahrer haben hier keine Wartezeit und könnten den Bus überhaupt nicht verlassen, um auf die Toilette zu gehen", sagt der HVV-Sprecher.
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