Brutalo schlägt wieder zu

Auf der Anklagebank wegen gefährlicher Körperverletzung: Savas C. (20, v.l.), Bünyamin G. (18) und Onur K. (20), bekannt als „20-Cent-Schläger“.
 
Dichtes Gedränge vor dem Gerichtsaal. Viele Zuschauer und Journalisten warten auf den Beginn der Verhandlung.

Wilhelmsburger „20-Cent-Schläger“ Onur K. steht mit zwei Freunden wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht

Anna Sosnowski, Harburg/Wilhelmsburg
Bereits eine halbe Stunde bevor sich Onur K. (20), Bün-yamin G. (18) und Savas C. (20) wegen gefährlicher Körperverletzung im Harburger Amtsgerichts verantworten müssen, ist das Gedränge im Flur vor dem Gerichtssaal groß. Fotografen, Kameraleute und eine Gruppe von etwa zehn meist türkischstämmigen Jugendlichen treten sich gegenseitig auf die Füße. Aggressiv und aufgeladen ist die Stimmung, immer wieder maulen Jugendliche die Journalisten an. Die sind so zahlreich erschienen, weil Onur K. kein Unbekannter ist. Der Wilhelmsburger stand schon einmal vor Gericht: Er hat einen Mann angegriffen, der später seinen Verletzungen erlag. Damals war der Deutschtürke noch minderjährig und kam auf Bewährung frei.
Auch die Eltern des verstorbenen Thomas M. (44) sind zur Verhandlung gekommen. Onur K. hatte ihren Sohn 2009 in der Nähe des S-Bahnhofs Harburg mit einem Faustschlag in die Magengrube niedergeschlagen, weil er ihm keine 20 Cent geben wollte. M. schlug damals so unglücklich mit dem Kopf auf, dass er starb. „Ich hab gleich gesagt: Das geht nicht gut“, sagt Vater Werner Janzen. „Man kann einen Menschen nicht frei rumlaufen lassen, der einen anderen erschlagen hat.“ Viel Hoffnung, dass Onur K. jetzt ins Gefängnis kommt, hat er nicht. „Es wird wieder ein Kuschelkurs gefahren, wie immer. Der Täter wird hofiert, und vom Opfer ist nie die Rede. Was an Leid über eine Familie gebracht wird, spielt keine Rolle. Meine Frau steht nach drei Jahren noch immer unter Medikamenten“, sagt Janzen.
Jetzt steht Onur K. gemeinsam mit zwei Freunden wieder vor Gericht, nachdem er mehrere Menschen körperlich angegriffen haben soll (siehe Kasten). Während der Staatsanwalt die Anklage verliest, ist den drei in Jeans und Kapuzenpullis gekleidet Angeklagten keine Anspannung anzumerken. Öffentlich Stellung muss das Schläger-Trio nicht nehmen. Die Richterin schließt die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus. Sie will vor allem Bünyamin G. schützen, der zur Tatzeit noch minderjährig war. Nur die Eltern der drei jungen Männer dürfen im Gerichtssaal bleiben. Die Verhandlung wird am 20. Dezember fortgesetzt.



Die aktuelle Anklage:

Onur K. (20), Bünyamin G. (18) und Savas C. (20) sollen am 23. Juni diesen Jahres gegen 1 Uhr nachts das Paar Sch. (23) und K. (33) in der Mannesallee ohne ersichtlichen Grund niedergeschlagen haben. Als ihre Opfer am Boden lagen, hätten die drei Männer auf sie eingetreten und eingeschlagen. Die junge Frau erlitt Gesichtsprellungen, ihr Begleiter hatte Prellungen und Blutergüsse. Nur eine Stunde später gingen Onur K. und Savas C. auf ihr nächstes Opfer los. Auf dem Stübenplatz sollen sie den 28-jährigen P. verprügelt haben. Während C. versucht haben soll, mit einem Messer auf das Opfer einzuschlagen, soll ihn K. mit den Worten: „Mach ihn fertig!“ angesport haben. P. konnte sich freimachen und flüchtete in einen Kiosk. Onur K., der zum Tatzeitpunkt immer noch auf Bewährung war, kam nur deshalb nicht in U-Haft, weil er sich in die Türkei absetzte. Einen Tag vor der Verhandlung kam er zurück und wurde sofort verhaftet. AS
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15 Kommentare
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 06.12.2012 | 11:27  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 07.12.2012 | 15:25  
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Manfred Hagel aus Harburg | 08.12.2012 | 22:12  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 13.12.2012 | 09:09  
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Manfred Hagel aus Harburg | 13.12.2012 | 14:36  
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 14.12.2012 | 15:57  
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 15.12.2012 | 19:46  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 16.12.2012 | 10:47  
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Manfred Hagel aus Harburg | 16.12.2012 | 12:49  
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Manfred Hagel aus Harburg | 16.12.2012 | 13:10  
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 16.12.2012 | 14:34  
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 16.12.2012 | 14:38  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 17.12.2012 | 14:54  
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