„Blinde haben mir geholfen“

Der Ghanaer Fenny Appiah besuchte die Hamburger Zentrale von „Augen auf Ghana“ – und war im „Dialog im Dunkeln“

Finkenwerder - Sie haben schon oft über Tausende Kilometer hinweg miteinander geskypt: Fenny Appiah und Maschenka Jennert. Jetzt war der Ghanaer 18 Tage in Finkenwerder und hat sie besucht. Was wie der Beginn einer Liebesgeschichte klingt, ist ein rein berufliches Treffen: Maschenka Jennert ist die Erste Vorsitzende des Vereins „Augen auf Ghana“, für die Fenny Appiah vor Ort tätig ist.

Warum sind Sie nach
Hamburg gekommen?
Fenny Appiah: „Manche Dinge lassen sich einfach schneller vor Ort regeln.“

Was macht der Hamburger Verein?
Maschenka Jennert gründete den Verein im Jahr 2009. Sie sammelt Spenden, um Menschen in Ghana zu ermöglichen, sich die Augen untersuchen zu lassen. In Ghana kostet eine solche Untersuchung sechs Euro. Geld, das viele Menschen nicht aufbringen können. Und aufgrund mangelhafter Ernährung, intensiver Sonneneinstrahlung und schlechter hygienischer Zustände erblinden sie.

Warum macht Maschenka Jennert das?
M.J.: „Ich bin von Geburt an blind und weiß, wie wichtig es ist, gut sehen zu können.“

Was macht Fenny Appiah im Verein?
„Ich bin ehrenamtlich für den Verein tätig“, sagt der Web-Site-Designer. „Ich spreche mit dem Dorfchef oder anderen Verantwortlichen, dass wir absolut kostenfrei Augenuntersuchungen und -behandlungen durchführen. Die Leute müssen nur ihre Zeit investieren.“

Und warum?
F. A.: „Ich habe einfach die Leidenschaft, Menschen zu helfen, wenn ich dazu in der Lage bin. Und das kann ich vorOrt sehr gut.“  

Was hat Sie während Ihres Hamburgbesuches am meis-ten beindruckt?
F.A.: „Ich war in „Dialog im Dunkeln“. Man kommt in eine neue Welt. Ich brauchte blinde Menschen, um aus dem Gebäude wieder hinauszufinden. Jetzt kan ich besser nachfühlen, wie sich Blinde in der Welt der Sehenden fühlen. Und gebe ihnen noch mehr Zuwendung.“

Wie finanziert sich der Verein?
Aus Spenden und aus dem Laden im Steendiek. Wer gut erhaltene Sachen besitzt, die nicht mehr gebraucht werden, kann sie hier abgeben.
Und damit gleich doppelte Freude schenken: zum einen den neuen Nutzern, die die Sachen für einen kleinen Obulus erwerben können, zum anderen den Menschen in Ghana.
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