Bezirk stellt Hilfe für Karkmess ein

Der 86-jährige Helmut Richters ist der Hauptansprechpartner für die Karkmess-Schausteller. Zusammen mit seinem Sohn betreibt er ein Kinderkarussell und eine Schießbude. (Foto: Annekatrin Buruck)

Organisator hält Rückzug der Verwaltung für „reinen Aktionismus“

von Annekatrin Buruck, Finkenwerder
„Wir machen auf jeden Fall weiter.“ Mit dieser Bekräftigung kann Kai Külper alle Finkenwerder beruhigen, die um die Zukunft der Karkmess und des Finkenwerder Herbstmarkes gebangt haben. Die Jahrmärkte waren in Gefahr, weil das Bezirksamt Mitte sich ab 2014 aus der Organisation zurückziehen will, um Geld zu sparen.
Kürzlich hatten sich daher der Arbeitskreis Karkmess, die Karkmess-Wirte und Finkenwerders Regionalbeauftragter Hinrich Behrens zu einer Krisensitzung getroffen. Dabei waren sich alle einig: „Wir ziehen das Ding auch ohne die Hilfe des Bezirks durch“, so Külper. In Zukunft könnte der Schaustellerverband als Veranstalter auftreten, denn die Buden- und Karusselbesitzer wollen auf jeden Fall weitermachen.
Viel war es eh’ nicht, was die Verwaltung leisten musste. Sie ist hauptsächlich für die Genehmigung zuständig, denn der Platz am Norderkirchenweg ist eine städtische Fläche. Auch die Bereitstellung von Strom, Wasser und Müllabfuhr ist eine öffentliche Aufgabe. Dafür zahlen die Schausteller aber eine Standgebühr. „Und das bleibt auch in Zukunft so, selbst wenn ein Privater als Veranstalter auftritt“, erklärte Külper.
Die eigentliche Organisation der Jahrmärkte haben schon immer die Schausteller und der Arbeitskreis Karkmess geleistet – einschließlich der Platzaufsicht. Die hat der 86-jährige Helmut Richters übernommen, der ein Kinderkarussell und eine Schießbude betreibt.
Matthias Lloyd, CDU-Chef im Finkenwerder Regionalausschuss, wollte wissen, wie viel Geld der Bezirk denn nun tatsächlich spart. „Es sind nur die Kosten für eine halbe A-9-Stelle pro Jahr“, staunt er, „rund 13.000 Euro.“ In dieser Summe sind nicht nur die Finkenwerder Karkmess und der Herbstmarkt enthalten, sondern auch noch zwei Jahrmärkte in Kirchsteinbek.
Alle anderen Kosten wie Strom, Wasser, Müllabfuhr und Platzreinigung werden durch die Standgebühren finanziert oder nach Verbrauch abgerechnet. Den Toilettenwagen bringen die Betreiber der Bierstände mit.
Für den Rückzug des Bezirks findet Kai Külper klare Worte: „Reiner Aktionismus, da kommt nichts bei rum.“
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