Beim Gurkenball hat es gefunkt

Gern schauen sich Heinrich und Annegrete Fock eines ihrer zahlreichen Fotoalben an und erinnern sich an vergangene Zeiten. Foto: bk
Hamburg: Finkenwerder |

Am 9. September feiern Annegrete und Heinrich Fock Gnadenhochzeit

von Annekatrin Buruck
Er hatte an Bord das Sagen, sie zu Hause. Damit sind Annegrete und Heinrich Fock aus Finkenwerder immer gut gefahren – so gut, dass sie am 9. September ihren 70. Hochzeitstag feiern können.
Beide sind echtes Finkenwerder Urgestein. Heinrich Fock wurde am 3. Januar 1921 in dem Haus am Aue-Hauptdeich geboren, in dem er mit seiner Frau seit 1953 wieder wohnt. Sein Leben lang ist er als Seefischer auf Nord- und Ostsee unterwegs gewesen. Annegrete wurde am 5. November 1922 an der Müggenburg geboren. Nach dem Schulabschluss ging sie „in Stellung“, wie es damals üblich war.
An die erste Begegnung mit Heinrich Fock erinnert sie sich noch genau. „Das war 1938 auf dem Gurkenball des Schrebergartens“, erzählt Annegrete Fock. Bald trennte jedoch der Krieg das junge Paar. „Ich wurde sofort am ersten Kriegstag samt Kutter zur Marine eingezogen“, erinnert sich Heinrich Fock. Eine baldige Heirat verhinderte auch das jugendliche Alter des Paares: Heinrich war noch nicht 21. Die Genehmigung für die Hochzeit gab es erst 1941, als sich Sohn Uwe ankündigte.
Genau eine Woche Urlaub bekam der Bräutigam, um zu heiraten. Als Geschenk für die fünfzigköpfige Hochzeitsgesellschaft hatte er dafür Bohnenkaffee aus Frankreich im Gepäck. Gleich nach Kriegsende begann Fock wieder als Seefischer zu arbeiten. 1949 machte er sich mit seinem Kutter HF 526 „Niederelbe“ selbständig – bis zur Rente 34 Jahre später. Seine Frau hielt derweil zu Hause die Stellung – mit den Söhnen Uwe, geboren 1941 und Heiner, geboren 1946.
Zu tun gab es auch hier genug, vor allem bei den Sturmfluten, die Haus und Grundstück regelmäßig unter Wasser setzten. „Dann kamen die Schweine und Hühner nach oben in den Schuppen, das Sofa auf den Tisch und das Bett an einen Haken unter die Decke“, erzählt Annegrete Fock. Erst der Bau des neuen Deiches nach der Flut von 1962 machte dem ein Ende.
Mit rund 40 Gästen werden Heinrich und Annegrete Fock ihren Ehrentag feiern. Neben den Söhnen sind auch die Schwiegertöchter Anke und Gabi, zwei Enkel und drei Urenkel dabei.
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