„Bei uns gibt es nichts zu holen!“

Anke Kleinschmidt ärgert sich über die Einbrüche in ihrer Kita.
 
Durch das Kellerfenster sind die Einbrecher am 29. Juli in die Kita gestiegen. Weil das Fens-ter als Fluchtweg im Keller dient, können hier keine Gitter angebracht werden. Jetzt wird eine Sicherheitsvorrichtung instaliert, die sich von innen lösen lässt.

Neuwiedenthaler Kita-Leiterin klagt über Einbrüche

Anke Kleinschmidt hat die Nase voll. Bereits vier Mal sind Diebe in diesem Jahr in die Kita Cuxi Kids eingestiegen. „Dabei gibt es bei uns nichts zu holen. Unsere alten Computer kriegt man auf dem Flohmarkt für 50 Euro“, sagt die Leiterin der staatlichen Kita an der Cuxhavener Straße wütend. Außerdem habe die Kita einen stillen Alarm. „Wenn hier jemand einsteigt, dann piept es nicht, aber die Sicherheitsfirma wird sofort alarmiert“, erklärt Kleinschmidt.
So sind bei den Einbrüchen in den späten Abendstunden des 28. Juni und 29. Juli zwar Diebe in die Kita gestiegen, doch bevor sie sich aus dem Staub machen konnten, hatte die Polizei bereits das Haus umstellt. Bestohlen wurde die Einrichtung im Januar. Damals spazierte ein Unbekannter in die Kita, schlich in Kleinschmidts Büro, brach einen Schrank auf und entwendete die Kasse mit 200 Euro. Zwei Monate später klaute jemand bei laufendem Kita-Betrieb einen Bildschirm von der Wand im Eingangsbereich.
Mittlerweile ist der finanzielle Schaden für die Kita nicht unerheblich. „Wir sind nicht versichert“, sagt Kleinschmidt. Da eine Versicherung angesichts der Lage in Neuwiedenthal viel zu teuer wäre, müssen auch alle Schäden auf Kita-Kosten repariert werden. Allein das beim letzten Einbruch zerstörte Kellerfenster, das nun mit einer Sicherheitsschranke versehen werden soll, wird vermutlich 400 bis 600 Euro kosten.
Von einer Einbruchsserie oder Auffälligkeiten, die besondere Maßnahmen erfordern würden, will die Polizei dennoch nicht sprechen. „Bei dem Einbruch am 28. Juni handelte es sich um ganz anderes Täterklientel als jetzt“, sagt Kriminalhauptkommissar Heinz-Rainer Harder vom Polizeikommissariat 47 in Neugraben. Damals war ein 44-jähriger Rumäne festgenommen worden, seinen beiden deutlich schlankeren Komplizen konnten sich schnell genug aus dem Staub machen. Bei dem Einbruch vor einer Wochen sind zwei junge Männer, ein 19-Jähriger und ein 22-Jähriger, aus dem Stadtteil gefasst worden. „Bei dem jüngeren handelt es sich um einen Intensivtäter“, sagt Harder. Er sitze zurzeit noch in Untersuchungshaft. Welche Strafe ihm blüht, hängt jedoch von vielen verschiedenen Faktoren ab. Das Strafgesetzbuch sehe drei bis fünf Jahre vor, so Harder.


Jugendliche müllen Kita-Spielplatz zu
Der Spielplatz der Kita Cuxi Kids ist von Bäumen umgeben, rechts grenzt ein Privatgrundstück an, links trennt ein Zaun das Gelände von einem schmalen Weg zur S-Bahn. Hier können Kinder ruhig und geschützt spielen. Das Problem: Abends und am Wochenende treiben Jugendliche auf dem Spielplatz ihr Unwesen. „Sie klettern über den Zaun und sitzen hier und trinken. Jeden Montag müssen wir alles sauber machen, bevor die Kinder raus können“, sagt Anke Kleinschmidt. Bis vor einiger Zeit hätten die Nachbarn regelmäßig die Polizei verständigt. Seitdem deren Auto beschädigt wurde, trauten sie sich das nicht mehr, so die Kita-Leiterin. Von dem Problem sei dem örtliche Jugendschutz nichts bekannt, sagt Kriminalhauptkommissar Heinz-Rainer Harder. „Der Jugendschutz wird sich mit der Kita-Leitung in Verbindung setzen, und Maßnahmen einleiten“, verspricht Harder.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.