Bei Flut: Flüchtlinge in Gefahr

Thomas Völsch, Jonte Plambeck und Christine Kreipe (v. li.) informierten in der Pankratiuskirche über die geplante Unterkunft neben dem Sietas Werft-Gelände. (Foto: wahba)

Flüchtlings-Containerdorf auf dem Sietas-Parkplatz ist nicht flutsicher

Rachel Wahba, Neuenfelde – Schon in diesem Monat könnten die ersten der insgesamt 462 Flüchtlinge in das neue Containerdorf auf dem Sietas-Parkplatz einziehen. Wie berichtet, werden hier zwölf Wohncontainer zweigeschossig aufgestellt. Die Stadt hat die etwa 6.000 Quadratmeter große Fläche für fünf Jahre gepachtet. Manko: Der Platz ist nicht flutsicher.
Bei einer Infoveranstaltung zum geplanten Flüchtlingscamp gerieten die Behördenvertreter wieder mal in arge Erklärungsnot. Fast 300 Neuenfelder waren in die Pankratiuskirche gekommen, wo Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD), Christine Kreipe von der Hamburger Sozialbehörde und Jonte Plambeck von fördern & wohnen – die städtische Tochtergesellschaft betreibt die Flüchtlingsunterkünfte in Hamburg – den Neuenfeldern Folgendes sagen mussten: Das neue Camp wird zum einen mitten im Überflutungsgebiet gebaut, und zum anderen gibt es noch keine Baugenehmigung.
Beklagt wurde seitens der Neuenfelder auch, dass die Flüchtlinge auf dem Sietas-Parkplatz vom Ort abgeschnitten sind. Die Neuenfelder befürchten eine Ghettobildung.

Neuenfelder wollen Flüchtlingen helfen

„Wir wissen“, so Völsch, „dass dieser Standort alles andere als optimal ist. Nur sind wir wegen des großen Drucks in Hamburg nicht mehr in der Lage, auf die Top-Flächen zu warten. Wir haben sie schlichtweg nicht mehr“.
„Ihre Planungen sind der Gipfel der Nicht-Integration“, empörte sich ein Neuenfelder in der Kirche. Plambeck erläuterte, dass Mitarbeiter von fördern & wohnen zu den üblichen Bürostunden vor Ort seien.
Außerhalb dieser Zeiten aber seien weder Verwaltungsmitarbeiter noch Sicherheitskräfte zum Schutz der Flüchtlinge in dem Containercamp. „Das ist weder eine Anstalt noch ein Heim. Die Menschen, die dort leben werden, versorgen sich selbst“, so Plambeck.
Er machte klar, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den Anwohnern vor Ort für die Integration der Menschen sei und regte die Bildung eines Runden Tisches an, um Netzwerke zu schaffen. Trotz all ihrer Kritik kündigten viele Besucher der Veranstaltung in der Kirche an, sich an Hilfsangeboten für die Neubürger beteiligen zu wollen.
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