Bäderland will Freibad Neugraben übernehmen

Ab der nächs-ten Saison könnte das Freibad Neugraben wieder von der Bäderland GmbH betrieben werden. Die Passage gGmbH hat sich nach über 20 Jahren zum Jahresende zurückgezogen.

Verhandlungen laufen – doch aus dem Stadtteil kommen kritische Stimmen

Als im August der langjährige Betreiber des Freibads Neugraben das Handtuch warf, war der Schrecken im Stadtteil groß. Über 20 Jahre lang hatte die Passage gGmbH das beliebte Nachbarschaftsbad mit ein paar wenigen festangestellten Kräften und zahlreichen Ein-Euro-Jobbern am Leben erhalten. Jedes Jahr klopfte Passage erneut beim Bezirksamt Harburg an, um die für den Betrieb nötigen 150.000 Euro aufzutreiben. Eine langfristige Finanzierung gab es nie. Um so schwieriger gestaltete sich die Suche nach einem neuen Betreiber. Der scheint nun gefunden: Bäderland Hamburg GmbH will das kleine Freibad übernehmen.
Zurzeit laufen die Verhandlungen zwischen dem Betreiber der öffentlichen Schwimmbäder und der Harburger Verwaltung. „Im Grunde sind sich alle einig, dass wir das Freibad übernehmen“, bestätigt Bäderland-Sprecherin Kirsten Morisse. „Jetzt muss das Bezirksamt die Konditionen mit uns festzurren.“ Wann die Verträge unterschrieben werden, könne sie aber noch nicht sagen. Auch die Verwaltung äußert sich nur vage: „Ich gehe davon aus, dass diese Gespräche demnächst abgeschlossen werden können“, sagt Bezirksamtsleiter Thomas Völsch.
Doch nicht alle sind glücklich mit dieser Lösung. „Eines ist sicher: Die soziale Komponente, die es die ganzen Jahre gegeben hat, wird es bei Bäderland nicht geben. Dann wird das Bad kommerziell betrieben“, sagt Hartmut Ebert. Er hat das Freibad drei Jahre lang für Passage geleitet und weiß, dass gerade das beliebte Mondscheinbaden und die Kinderfeste das Nachbarschaftsbad auszeichnen.
Beate Pohlmann, Vorsitzende des Fördervereins Freibad Neugraben, der das Kinderprogramm mit Spenden finanziert hat, möchte diese Angebote weiter am Leben erhalten. „Neuwiedenthal ist ein sozialer Brennpunkt, da muss etwas mehr passieren, als nur Baden“, so Pohlmann. Sobald eine Entscheidung getroffen sei, will sie Gespräche mit Bäderland aufnehmen.
Mario Bugenhagen, Neuwiedenthaler und Gründer der Initiative „Rettet das Freibad“, befürchtet, dass die Tage des Freibads mit dem neuen Betreiber gezählt sind: „Bäderland will das Freibad nicht, das wurde uns oft genug gesagt.“ Er und seine Mitstreiter aus dem Stadtteil sehen den Betreiberwechsel skeptisch. Tatsächlich hat Bäderland das defizitäre Bad bis 1988 selbst betrieben und dann aufgegeben. Hätten engagierte Bürger nicht den Förderverein gegründet, wäre das Bad damals geschlossen worden.


Was würde sich mit Bäderland ändern?
Sollte Bäderland das Nachbarschaftsbad betreiben, werden die Eintrittspreise steigen. Zuzeit kostet der Freibadeintritt bei Bäderland für Erwachsene 2,90 Euro und Kinder 1,50 Euro. Bisher muss-ten Erwachsene in Neuwiedenthal 2,50 Euro und Kinder 1,20 Euro für Tageskarten zahlen. Zudem gab es ermäßigte Saisonkarten für Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger. Auch mit den günstigen Schwimmkursen (zehn Unterrichtsstunden: Kinder 35 Euro, Erwachsene 60 Euro) dürfte es dann vorbei sein, denn Bäderland bietet grundsätzlich keine Kurse in Freibädern an.
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