Ausgerechnet Moorburg!

In diesem Haus, nur rund einen Kilometer von einer Kita entfernt, will der Senat schon im Dezember drei Ex-Sicherungsverwahrte unterbringen. (Foto: Foto: mag)

Unterbringung Ex-Sicherungsverwahrter laut Senat „sozial verträglich“ – Moorburger starten Unterschriftenaktion

Drei Ex-Sicherungsverwahrte sollen ab Dezember in einem alten Bauernhaus in Moorburg untergebracht werden, weil in dem Stadtteil nur knapp 800 Menschen leben – das geht aus einer Antwort des Senats auf eine CDU-Anfrage hervor. „Sozial verträglich“ sei die Entscheidung, „da es sich beim Standort Moorburg um einen vergleichsweise dünn besiedelten Stadtteil handelt“ heißt es dort. Und weiter: „Es befinden sich keine Kitas oder Schulen in der näheren Umgebung“.
Gerade letzteres Argument ist jedoch strittig, denn nur rund einen Kilometer entfernt, am Moorburger Elbdeich 249, liegt die Kita „Kinderland Moorburg“. Leiterin Pia Fellechner ist entsetzt über die Pläne des Senats. „Für uns ist das eine Katastrophe“, sagt sie. Um die Sicherheit der zurzeit 65 Kita-Kinder habe sie zwar keine Angst – sie werden von zehn Mitarbeitern gut betreut – doch Fellechner befürchtet sinkende Anmeldezahlen. „Wir können die Ängste und Vorurteile der Eltern nicht beeinflussen“, sagt sie. Rund die Hälfte der Kinder komme nicht aus Moorburg. Ihre Eltern würden sich bewusst für die Kita entschieden – wegen ihrer Lage im Grünen oder wegen ihres Konzepts, erklärt die Kita-Leiterin. Die Unterbringung verurteilter Verbrecher in der Nachbarschaft, würde sie abschrecken. „Wir werden alles dafür tun, damit widerlegt wird, dass der Standort geeignet ist“, sagt Fellechner kämpferisch.
Harburgs SPD lehnt die Senats-pläne ab, konnte sich beim SPD-Senat aber nicht durchsetzen. Matthias Czech, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter aus Süderelbe, hofft, dass Moorburg jetzt in anderen Bereichen auf mehr Unterstützung bauen kann. „Senator Scheele hat mir zugesichert, dass alle leerstehenden Häuser, bei denen es sich wirtschaftlich rechnet, schon bald saniert werden sollen“, so Czech. Doch nach Wochenblatt-Informationen haben Finanzbehörde und Saga zurzeit andere Pläne: Ein noch bis vor kurzem bewohntes Haus im Moorburger Kirchendeich 7 soll demnächst der Abrissbirne zum Opfer fallen.
Die Moorburger wollen die Entscheidung des Senat nicht widerstandslos hinnehmen. Vertreter des „Runden Tisches Moorburg“ haben bereits eine Unterschriftenaktion gestartet. „Wir fordern, dass die Standortsuche neu eröffnet wird“, sagt Claudia Kulenkampff Mitglied des Bürgergremiums.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.