Aus für Rewe an der Cuxe

Autohaus-Chef Werner Rubbert schimpft auf die Einzelhändler im Neugrabener Zentrum. (Foto: Bernhard Bruno)

Lebensmittelmarkt darf nicht ins Rubbert-Gebäude einziehen – kommt jetzt ein Saunaclub?

Bernhard Bruno, Neugraben
Die SPD-Fraktion hat sich mit überraschend deutlicher Mehrheit gegen neues Baurecht für die Rubbert-Immobilie an der Cuxhavener Straße entschieden. Damit ist klar: Der Lebensmittel-Vollsortimenter Rewe kann in dem Autohaus keine neue Filiale eröffnen. Was jetzt bei Rubbert passiert, ist völlig offen.
Zwei Stunden vor der entscheidenden Sitzung der SPD-Fraktion hatten sich die Ereignisse noch einmal überschlagen. Autohaus-Juniorchef Thorsten Rubbert präsentierte einen Investor aus dem Rotlicht-Milieu, der in dem Bau an der Ecke Bauernweide „etwas im Wellness-Bereich“ machen will, falls Rewe nicht zum Zug kommt. „Uns schwebt so etwas wie das Babylon in Hammerbrook vor“, sagt Oliver Skirra, Sprecher der Investorengruppe von der Reeperbahn. Der „FKK-Club Babylon“ hatte vor kurzem Schlagzeilen gemacht, als sich dort die Rockergruppe Hell’s Angels zu einem „Betriebsfest“ trafen.
Aber auch nach dem Scheitern des Rewe-Plans dürften Skirra und seine Leute aber wenig Chancen haben. „Wir werden einen Wellness-Saunabereich im Hause Rubbert mit allen Mitteln verhindern“, sagt Muammer Kazanci, SPD-Bezirksabgeordneter und Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses. Er geht davon aus, dass sich da alle fünf Fraktionen in der Bezirksversammlung einig sind.
Doch Thorsten Rubbert hatte noch ein anderes Argument, um die SPD-Fraktion für seine Pläne zu begeistern. Einer der Eigentümer des Süderelbe-Einkaufszentrum (SEZ) habe ihm gegenüber zwei Tage zuvor angekündigt, sieben bis neun Millionen Euro in das arg in die Jahre gekommenen Einkaufszentrum zu investieren. Aber nur, wenn Rewe in das Autohaus zieht.
Es half alles nichts. Die SPD hat sich – wie sie ausdrücklich betont – für Rewe entschieden, nur nicht in dem Autohaus. Dieser Standort liege nicht im Neugrabener Zentrum und würde den dortigen Einzelhandel nachhaltig schwächen. Seniorchef Werner Rubbert sieht die Gründe für den Niedergang des Zentrums ganz woanders: „Die Einzelhändler haben selber Schuld, oder hat einer von ihnen an einem verkaufsoffenen Sonntag schon mal seinen Laden geöffnet?“ Und auch die Markthändler könnten ihre Zeiten an die Bedürfnisse der Kunden anpassen, so Rubbert weiter.
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4 Kommentare
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Jochen Elter aus Wilhelmsburg | 24.04.2012 | 20:36  
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Andreas Scharnberg aus Neugraben | 25.04.2012 | 18:26  
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Jochen Elter aus Wilhelmsburg | 26.04.2012 | 08:55  
359
Andreas Scharnberg aus Neugraben | 26.04.2012 | 09:06  
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