Aus für die Torbauten

Sehen schick aus, die Torbauten im Eingangsbereich zum Vogelkamp Neugraben. Ob sie je gebaut werden, steht in den Sternen. Dem Projektentwickler Stein Plan+Werk wurde der Auftrag entzogen. Angeblich habe er Fristen nicht eingehalten. (Foto: stein plan+werk)

Vogelkamp Neugraben: Dem Projektentwickler wurde die Gestaltung des Eingangsbereiches entzogen

Andreas Göhring, Neugraben - Es ist ein Jammer: Da gibt es ein attraktives Wohngebiet mit S-Bahn-Anschluss, einem Kultur- und Bildungszentrum samt Schule und Kita sowie viel Natur drumherum. Aber man betritt es durch einen „Hintereingang“, eine dunkle Ecke zwischen Parkhaus und großem Nichts. Das hatten die Planer auch erkannt und einen städtebaulichen Wettbewerb für das Entree zum neuen Wohnquartier Vogelkamp Neugraben ausgeschrieben. Das war vor sieben Jahren. Jetzt steht alles wieder auf Null.
Zum Vogelkamp geht es auf absehbare Zeit weiterhin durch den Hintereingang. Dabei gab es jede Menge Ideen und für einige Planungsbüros viel Arbeit. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen fand die Entwürfe von Stein Plan + Werk besonders gut und gab dem Harburger Pojektentwickler das Grundstück anhand. Er konnte für das Areal in aller Ruhe entwickeln und einen Investor suchen. Ein mutiges Vorhaben, denn an der Schnittstelle zwischen öffentlichem Personennahverkehr und Wohngebiet mussten viele Interessen unter einen Hut gebracht werden.

Behörde entzog dem Entwickler den Auftrag

Plan + Werk-Geschäftsführer Udo Stein: „Wir hätten gern losgelegt, leider hat aber der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer nicht mit den notwendigen Erschließungsmaßnahmen begonnen.“ Seines Wissens seien die bis heute nicht einmal ausgeschrieben worden.
Dann der Paukenschlag: Baudezernent Jörg Penner verkündete im Stadtplanungsausschuss plötzlich, die Anhandgabe sei dem Projektentwickler entzogen worden. Begründung: Es gebe keinen Investor. Jetzt werde sich die IBA Hamburg GmbH um die „Torbauten“ kümmern.
Für die meisten Abgeordneten kam das überraschend. CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer: „Merkwürdig, jahrelang hat uns der Baudezernent im Glauben gelassen, dass alles bestens läuft.“ Der so plötzlich geschasste Udo Stein: „Das war ein Alleingang vom Baudezernenten.“ Dabei habe er, Stein, noch wenige Tage vor der Sitzung des Stadtplanungsausschusses die schriftliche Zusage eines Investors bekommen, dass er trotz der Verzögerungen durch den Landesbetrieb zum Projekt stehe. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch weist indes alle Kritik zurück: „Es gab Fristen, und die hat Herr Stein gekannt.“
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