Auf den Spuren des Heimatdichters

Werner Marquart ist die gute Seele des Gorch-Fock-Hauses. (Foto: Annekatrin Buruck)

Im Gorch-Fock-Haus erfährt man Interessantes über Johann Kinau

von Annekatrin Buruck, FINKENWERDER
Gorch Fock – das ist für die meisten das Segelschulschiff der Bundesmarine. Dass Gorch Fock ein bekannter Heimatdichter war und zudem Johann Kinau hieß, wissen außerhalb Finkenwerders nur wenige. In seinem Geburtshaus am Neßdeich 6, schräg gegenüber dem Airbuswerk, kann man mehr über Finkenwerders großen Sohn erfahren – und über die Zeit der Hochseefischerei.
Dazu trifft man sich am besten mit Werner Marquart. Er ist seit sechs Jahren Ehrenvorsitzender der Heimatvereinigung Finkenwerder und die gute Seele des 1880 erbauten Gorch-Fock-Hauses. Ein paar Hundert Besuchergruppen hat der 85-jährige schon durch das heutige Museum geführt.
Erst einmal klärt er über den Namen auf. „Offiziell heißt es ‚Gorch-Fock-Haus’, aber wir auf Finkenwerder nennen es ‚Kinau-Haus.“ Denn nicht nur Johann Kinau war Schriftsteller, sondern auch seine beiden Brüder Jakob und Rudolf.
In rund 20 Büchern und Theaterstücken hat der 1880 geborene Johann seine Liebe zur See verarbeitet; berühmt machte ihn sein Roman „Seefahrt ist
Not“. Das Pseudonym Gorch Fock verwendete der Dichter, weil dieser Name viel bekannter war als Kinau. „Damals hießen die Leute auf Finkenwerder entweder Fock oder Mewes“, schmunzelt Werner Marquart. 1916 ist Johann Kinau in der Skagerak-Schlacht des Ersten Weltkriegs untergegangen. Er wurde nur 35 Jahre alt.
Auf Finkenwerder ist Gorch Fock aber bis heute unvergessen. Es gibt die ‚Gorch-Fock-Halle’ sowie einen Gedenkstein und einen Anker im ‚Gorch-Fock-Park’. Und er lebt in der Finkwarder Speeldeel weiter. „Johann Kinau hat die Folkloregruppe zusammen mit Hinrich Wriede im Dezember 1906 gegründet“, ergänzt Werner Marquart.
In seinem Elternhaus kann der Besucher heute eintauchen in die Welt der Finkenwerder Seefischer um die Jahrhundertwende. Ein kleines Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und eine Küche im Erdgeschoss sind im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Seit 1997 können Heiratswillige im Gorch-Fock-Haus sogar ihren Bund fürs Leben schließen.

Info:
Das Museum ist jeden ersten Donnerstag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher werden gebeten, sich bei Werner Marquart unter Tel 742 6501 anzumelden.
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