Anwohner haben Angst um ihre Grundstücke

Heike Dick, Frauke Grassmann-Scholz, Nicole Juncker und Olaf Parting (v.l.) wollen sich wehren: Werden ihre Grundstücke als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen und diese Belastung ins Grundbuch eingetragen, darf auf dem Grundstück nichts neu gebaut werden, und ihr Besitz wird weniger wert.

Neugraben: Gebiet um Scheidebach soll zum Überschwemmungsgebiet erklärt werden

Karin Istel, Neugraben - In der Straße Im Neugrabener Dorf herrscht Idylle – bislang jedenfalls. Denn das Bezirksamt Harburg will die Grundstücke am Scheidebach zum Überschwemmungsgebiet erklären. Die Anwohner fühlen sich enteignet und wollen sich anwaltlich beraten lassen.

Warum wurde das Gebiet als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen?
Die Behörde für Stadtent
wicklung und Umwelt (BSU) erklärt Flächen an Binnengewässern, die bei Hochwasser überschwemmt oder stark durchflossen werden, zu Überschwemmungsgebieten. Damit wird EU-Recht umgesetzt. Die Flächen sollen das Wasser zwischenspeichern und Hochwasser in Gewässern dämpfen. Deshalb dürfen dort keine Bauwerke stehen.

Was regt die Anwohner auf?
1. „Der Scheidebach ist kein fließendes Gewässer, er hat keine Quelle. Er ist ein Graben, der das Regenwasser hier und vom Falkengraben abführt – wäre er gut gepflegt. Und ist derzeit staubtrocken“, so Olaf Parting.
2. „Mein komplettes Grundstück ist zum Überschwemmungsgebiet erklärt worden. Das soll ins Grundbuch als
Belastung eingetragen werden. Dann ist das Grundstück viel weniger wert“, ist Heike Dick wütend.
3. Die Häuser haben Bestandsschutz, können so, wie sie derzeit sind, in Schuss gehalten werden. Doch es gibt Auflagen: Wer eine Gartenmauer oder ein Carport neu bauen will, bekommt keine Genehmigung. Denn Überschwemmungsgebiete müssen frei von Bauwerken sein. „Wenn mein Gartenschuppen zusammenfällt, darf ich keinen neuen bauen. Das geht so nicht“, ist Heike Dick empört.
4. Versicherungen ziehen sich angeblich aus ihrer Verantwortung bei Häusern, die in Überschwemmungsgebieten stehen, oder erhöhten drastisch die Prämien.

Wurde keiner informiert?
„Die Unterlagen liegen im Bauamt des Bezirksamtes aus. Hier beantworten unsere Fachleute auch Fragen“, so Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamtes Harburg. Außerdem seien die Unterlagen auch in Cranz und Neugraben ausgelegt worden und im Internet zu finden.

Warum hat sich bislang kein Anohner dafür interessiert?
„Die Unterlagen wurden falsch deklariert. Sie hießen Überschwemmungsgebiet Falkenbek. Hier ist aber der Scheidebach, der Falkengraben ist viel weiter südlich. Ich habe nur durch Zufall entdeckt, dass unser Gebiet hier im Neugrabener Dorf gemeint ist. Und die Unterlagen wurden im Sommer, wenn viele Urlaub machen, und während der WM ausgelegt. Da hat man anderes im Kopf.“

Jetzt wollen sich die Betroffenen anwaltlich beraten lassen.
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