Ärgerlich: Teure Schranke immer offen

Monatelang fuhren Autos trotz Verbotsschild in den Fockspark

von Annekatrin Buruck
Finkenwerder. Wenn Elisabeth Pirsech aus ihrem Küchenfenster sieht, fällt ihr Blick auf das Finkenwerder Hallenbad. Eine Auffahrt führt auf das höher gelegene Gelände, wo sich auch der Fockspark, ein Fußballplatz des TuS Finkenwerder und einige Stege zu den im Steendiek-Kanal liegenden Yachten befinden. „Die Auffahrt wurde mit einer teuren Schranke versehen, zu der nur Privilegierte einen Schlüssel bekamen“, erklärt Elisabeth Pirsech. Seit Monaten jedoch ist die Schranke permanent offen. „Jeder kann da durch brausen“, ärgert sie sich.
„Letzten Donnerstag sind die so genannten Sportler wieder mit ihren Autos in den Park gedüst. Es waren mindestens zehn bis zwölf Autos“, berichtet Elisabeth Pirsech. Das „Durchfahrt-Verboten-Schild“ am Fuß der Auffahrt werde total ignoriert und so fragt sie sich: „Wozu baut man von unseren Steuergelder eine aufwendige Schranke, wenn sie nie geschlossen wird?“
Verantwortlich für die Schranke ist die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA), denn die Sperre ist Teil der dortigen Hochwasserschutzanlage. Neben den Mitarbeitern der HPA haben auch der Vorsitzende des TuS, Thomas Kielhorn, der Mieter des TuS-Vereinshauses beim Sportplatz und Bäderland als Betreiber des Schwimmbades einen Schlüssel.
Kielhorn vermutet, dass sich einige der Bootsbesitzer mittels Bolzenschneider Zugang zu ihren Yachten verschafft haben. „Ich finde es schade, dass der Park durch das Befahren verschandelt wird“, so Kielhorn, „ich bin für ein striktes Fahrverbot.“
Dass die Schranke schon lange offen steht, blieb jedoch an offizieller Stelle unbemerkt. Erst auf Anfrage des Wochenblattes begannen die Nachforschungen. „Die Schranke ist wohl versehentlich offen geblieben“, erklärte HPA-Sprecher Alexander Schwertner. Daraufhin sah sich Klaus Meier von der Stackmeisterei in Finkenwerder, die Sache genauer an. „Da fehlt der Verriegelungsbolzen“, stellte er fest. Dann geht alles ganz schnell und Elisabeth Pirsech ist zufrieden. „Die Schranke ist endlich zu!“, freut sich die Anwohnerin.
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