Ärger über Stufen am Alten Estesperrwerk

Wenn Felicitas Erben mit ihrem Sohn Philip nach Neuenfelde geht, führt ihr Weg über die Fußgängerbrücke des Alten Estesperrwerks. Mit dem Kinderwagen kommt sie jedoch die Stufen nur mit fremder Hilfe hinauf. (Foto: Annekatrin Buruck)

Immer noch nicht barrierefrei: Wann die zurzeit einzige Verbindung zwischen Cranz und Neuenfelde umgebaut wird, steht in den Sternen

von Annekatrin Buruck, Cranz
An der alten Rollbrücke in Cranz herrscht reger Betrieb. Seit die Straßenverbindung über das Estesperrwerk wegen Reparaturarbeiten gesperrt ist, nutzen viele Fußgänger und Radfahrer diese rund 50 Jahre alte Brücke über die Este. Bei vielen Cranzern ist der Unmut aber groß. Jeweils vier Stufen sind zu überwinden, um über die kleine Brücke zu gelangen. Vor allem für Alte, Behinderte und Eltern mit Kinderwagen keine leichte Sache. Felicitas Erben geht häufig mit ihrem anderthalbjährigen Sohn Philip zwischen Neuenfelde und Cranz spazieren. „Die vier Stufen auf die Brücke komme ich nur mit Hilfe hinauf“, ärgert sie sich.
Dabei hatte das Alte Estesperrwerk bereits 2009 barrierefrei umgebaut werden sollen. Doch bisher ist nichts geschehen. „Die betreffende Baufirma ist insolvent gegangen“, begründet Wolfgang Emslander, zuständig für Marketing und Kommunikation bei der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA). „Daher wurde das Projekt wieder in die mittelfristige Planung eingestellt.“
Darüber ärgert sich nicht nur Boy Friedrich vom Arbeitskreis Cranz. „Das heißt doch, dass der Umbau der Brücke auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wurde.“ Dabei sei die Barrierefreiheit der Cranzer Rollbrücke angesichts der Sperrung des Estesperrwerks dringender denn je.
Das Thema beschäftigt auch die Bezirksversammlung Harburg. „Warum wurde die Bevölkerung trotz mehrfacher Nachfragen nicht informiert?“, will SPD-Bezirksabgeordneter Günter Piehl wissen. Bei dem geplanten Umbau handele es sich schließlich um einen Beschluss der Bezirksversammlung. Dem widerspricht Wolfgang Emslander. „Es war lediglich eine Empfehlung“, stellt er klar. Zurzeit hätten aber andere Projekte Vorrang – vor allem eben die Sanierung des Estesperrwerks. Er entschuldigte sich aber dafür, dass die Bevölkerung nicht ausreichend informiert worden ist.
Wann die Brücke nun erneuert wird, ist ungewiss – vielleicht 2013, vielleicht später. Und eine provisorische Rampe für Kinderwagen und Rollstühle sei aus technischen Gründen nicht möglich, wie HPA-Sprecher Alexander Schwertner mitteilt. „Wir können da nicht einfach ein langes Blech hinlegen.“
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