Ärger über Sparpläne

Für das Kundenzentrum Finkenwerder am Steendiek waren extra die Räume des ehemaligen Kaufhauses Eisen-Achner umgebaut worden. (Foto: Annekatrin Buruck)

Lokalpolitiker kritisieren mögliche Schließung des Kundenzentrums Finkenwerder

von Annekatrin Buruck, Finkenwerder
Nur über meine Leiche!“ Ralf Neubauer, Vorsitzender der Finkenwerder SPD, findet deutliche Worte. Was ihn so auf die Palme bringt, ist das Projekt „Bezirksverwaltung 2020“ und ein dazugehöriges behördeninternes Papier mit Sparvorschlägen. Wenn diese Wirklichkeit werden, droht dem Kunden-zentrum Finkenwerder demnächst das Aus. Hamburgweit sind bis zu zehn Zentren in Gefahr, darunter auch das Kundenzentrum in Neugraben, das in dem Papier als unwirtschaftlich bezeichnet wird. Mit den Schließungen will man Personalkosten einsparen und so die Ausgaben der Bezirksämter reduzieren. Eine Entscheidung soll Anfang 2014 fallen.
„Nach der Abschaffung der Ortsämter im Jahr 2007 nun auch noch den Rest an bürgernaher Verwaltung abwickeln zu wollen, ist mit ordentlichem Regierungshandeln unvereinbar", empört sich Neubauer. Das Kundenzent-rum am Steendiek werde gut genutzt, so der SPD-Vorsitzende, und verweist auf die Insellage Finkenwerders. „Bis zum nächs-ten Kundenzentrum sind es mindestens 45 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.“ Die nächsten Möglichkeiten, einen Pass zu beantragen oder sich an- oder abzumelden sind Harburg, Neugraben oder Altona. Unzumutbar vor allem für die vielen älteren Menschen, so Neubauer, „20 Prozent unserer Bürger sind über 65 Jahre alt.“
Dem schließt sich Finkenwerders CDU-Chef Matthias Lloyd an. Auch er verweist auf die besondere geografische Lage der ehemaligen Elbinsel und die langen Wege zum nächsten Kundenzentrum. Lloyd: „Eine Schließung ist unvertretbar.“ Große Einsparmöglichkeiten sieht Lloyd in einer Schließung des Zentrums ohnehin nicht. Hier arbeiten lediglich zwei Teilzeit-Sachbearbeiterinnen, deren Arbeitszeit rund anderthalb Stellen entspricht. Außerdem ist das Kundenzentrum lediglich an drei Tagen jeweils für vier Stunden geöffnet. Dazu kommen noch drei mal zwei Stunden nach vorheriger Anmeldung.
Neubauer und Lloyd erinnern zudem daran, dass das Gebäude am Steendiek im Jahr 2007 extra zu einem Kundenzentrum umgebaut wurde. Der Mietvertrag läuft noch bis 2017. Außerdem ist im Haus noch der Allgemeine Soziale Dienst untergebracht, so Neubauer. „Der stünde dann gleich mit auf der Straße.“ Der SPD-Vorsitzende gibt sich schon mal kämpferisch: „Wenn es bei diesen Plänen bleibt, gehen wir auf die Barrikaden.“
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