A 380 trudelt

Im Finkenwerder Airbus-Werk werden die endmontierten A 380-Flieger innen ausgebaut und lackiert. (Foto: masclet)

Airbus: Im Jahr 2018 sollen nur noch zwölf Superjets gebaut werden – Leiharbeiter bangen um Jobs im Werk

Finkenwerder – Es ist das Problemkind von Airbus: die A 380. Für den Superflieger gibt es kaum Neukunden. Im Jahr 2018 sollen nur noch zwölf Exemplare ausgeliefert werden. Jetzt fürchten Leiharbeiter, ihren Job im Finkenwerder Werk zu verlieren.
Die A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt: Bis zu 853 Passagiere können per Flug befördert werden. Jetzt gerät das Airbus-Flagschiff ins Trudeln: Der Verkauf läuft nur sehr schleppend. Wurden im vergangenen Jahr 27 Maschinen ausgeliefert, werden es dieses und nächstes Jahr jeweils 20 Stück sei. In 2018 soll nur eine Maschine pro Monat ausgeliefert werden. Das ist heute schon absehbar: Von der Bestellung eines Fliegers bis zu dessen Auslieferung kann es bis zu drei Jahre dauern.
Die Drosselung der Fertigstellung wird Auswirkungen auf das Werk in Finkenwerder haben. Hier wird die endmontierte A 380 innen ausgebaut und dann lackiert. Etwa 1.500 Menschen arbeiten daran, eine A 380 fertigzustellen.
Bei der Stammbelegschaft sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2020 ausgeschlossen. Wird die Produktion des A380 runtergefahren, könnten die Mitarbeiter in den derzeit boomenden Produktionreihen der A320 und A350 oder konzernweit in der Airbus-Gruppe eingesetzt werden.
Doch in der A380-Produktion sind auch 250 bis 300 Leiharbeiter tätig. „An ihnen wird es wohl nicht spurlos vorübergehen“, so die Hamburger Betriebsratvorsitzende Sophia Jacobsen. Sie könnten innerhalb von nur zwei Wochen aus dem Betrieb abgemeldet werden.
Trotz aller Schwierigkeiten, einstellen will Airbus die Produktion der A 380 nicht. Der Hoffnungsschimmer am Horizont: Weltweit verstopfen die Flughäfen immer mehr. Damit steigt auch die Notwendigkeit, möglichst viele Menschen in einem Flugzeug zu transportieren. Das würde die Nachfrage nach der A 380 erhöhen.

Kurzer Rückblick
Für die Produktion der A380 wurde zwischen 2001 und 2003 ein Fünftel des Mühleberger Lochs (170 Hektar) zugeschüttet. Die Fläche wurde für die Verlängerung der Start- und Landebahn sowie für Produktionshallen des A 380 gebraucht. Die Werkserweiterung wurde 2004 fertig. Umweltverbände klagten dagegen, konnten sie aber nicht verhindern. Das Oberverwaltungsgericht beschied Airbus „mittelbare Gemeinnützigkeit“, rechtfertigte damit den Eingriff in die Natur.
KI
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