4.000 Rotbuchen für mehr Trinkwasser

Mit Spaß dabei: Die siebenjährige Sarah und ihr kleiner Bruder Sebastian halfen fleißig mit beim großen Pflanzfest. (Foto: Steffen Kozieraz)

163 Baumfreunde feiern Pflanzfest in der Neugrabener Heide

von Steffen Kozieraz, Neugraben
Sie haben in die Hände gespuckt und tatkräftig zum Spaten gegriffen: Beim großen Trinkwasser-Pflanzfest in der Neugrabener Heide setzten 163 Hamburger vergangenen Sonnabend 4.000 Rotbuchen in die Erde.
Thomas Phillips vom Verein Trinkwasserwald zeigt, wie es geht: Loch graben, Setzling rein, die Wurzeln nicht knicken, Erde drauf, festtreten, und kräftig gedeihen soll der Baum. Familie Bröcker macht es ihm nach und hat nach einer halben Stunde ein gutes Dutzend Buchen gepflanzt. Warum Laubbäume im Neugrabener Fichtenwald gut für das Hamburger Trinkwasser sind, erklärt Trinkwasserwald- Vorstandsmitglied Alexander Pillath: „In Nadelwäldern bleibt im Winter viel Regen an den Nadeln haften und verdunstet. Dazu verhindert der für Kiefernwaldböden typische Grasfilz das Einsickern des Wassers in den Boden.“ Ein Laubwald hingegen funktioniere wie eine Grundwasserfabrik und produziere pro Quadratkilometer und Jahr zusätzliche 80 Millionen Liter Grundwasser. Deshalb macht sich der gemeinnützige Verein seit Jahren für das Unterpflanzen von finsteren Nadelwäldern mit Laubbäumen stark.
Mit dem Arbeitskreis der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften fand der Verein einen guten Organisationspartner für diese Aktion in der Neugrabener Heide. Über 200 Genossenschaftsmitglieder spendeten Geld, viele stellten ihre fleißigen Hände in den Dienst der Umwelt. Dazu die Vorstandsvorsitzende Kristina Weigel: „Wir starten jedes Jahr eine Aktion für unsere Mitglieder. Hiermit möchten wir nachhaltig etwas für Hamburg tun.“ Insgesamt wurden 4.645 Euro gespendet und damit für jeweils fünf Euro 929 Baumpatenschaften überommen. Der Aufwand pro Baum liegt mit der anschließenden Pflege und dem Ausdünnen der Kiefern aber weit höher. Doch bereits nach zehn Jahren sei ein Effekt nachweisbar, versichert Alexander Pillath. Und eine Anhebung des Grundwasserspiegels im Neugrabener Trinkwassergebiet sei für Hamburg enorm wichtig. Denn von hier bezieht die Metropole den größten Teil ihres Wassers.
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