30.000 Euro –  einfach so verballert?

Anfang April soll es mit der Vermarktung des zweiten Bauabschnittes (orange) losgehen.

Damit sich das Neubaugebiet Elbmosaik besser verkaufen lässt, denkt sich die IBA einen neuen Namen aus

Neugraben - Für das Neubaugebiet nördlich der S-Bahnstation Neugraben hat sich die Nachfolgegesellschaft der Internationalen Bauausstellung (IBA) jetzt einen schönen Namen ausgedacht.   „Vogelkamp Neugraben“. Doch der Name ist falsch, durch die Umbenennung wurden 30.000 Euro verschleudert, und die Politik wurde auch nicht gefragt.
IBA-Sprecherin Anke Hansing verteidigt die Umbenennung des Gebietes, in dem zukünftig 3.500 Menschen wohnen werden: „Das Gebiet liegt am südlichen Rand eines als EU-Vogelschutzgebiets ausgewiesenen Areals sowie in der Nähe des S-Bahnhofes Neugraben und des alten Dorfes Neugraben. Die Neubürger sollen sich im Quartier orientieren können.“ Doch: „Kein einziges Grundstück liegt in Neugraben. Die liegen alle in Fischbek“, so der CDU-Kreis-chef Ralf Dieter Fischer.
Grund der Umbenennung und des neuen Flyers: Das Gebiet soll sich besser vermarkten lassen. „Die IBA sind keine Vermarktungsexperten“, wettert Fischer. „Die haben einen neuen Flyer gemacht, der nicht gerade von Werbesachverstand und Ortskundigkeit glänzt!“
Er ist nicht nur über die Verwirrung durch die Umbenennung empört: „So weit ich mich erinnere, sind damals für die Namensfindung Elbmosaik 30.000 Euro ausgegeben worden“, so Fischer. Die wären mit der Umbenennung verschleudert.
Völlig überrascht war auch die Politik von der Umbenennung. „Ohne eine Abstimmung mit irgendwem hat sich die IBA einen neuen Namen ausgedacht. Die haben gar nichts zu entscheiden!“, ist Fischer wütend. Dafür sei die Politik zuständig.
Das Bezirksamt Harburg hatte ebenfalls keine Ahnung von der Namensgebung. „In die Gestaltung des Flyers waren wir nicht involviert“, sagt Sprecherin Bettina Maak.
Jetzt soll der zweite Bauabschnitt beginnen. An zwei Wochen-enden Anfang April wird es eine Architekturbörse geben, auf der sich mögliche Käufer ihr Traumhaus samt Grundstück aussuchen können.
Stellt sich die Frage: Soll es jetzt für jeden Bauabschnitt einen neuen Namen geben?

Infos zur Architekturbörse
Sonnabend, 5. April
Sonntag, 6. April
Sonnabend, 12. April
Sonntag, 13. April
jeweils 10-18 Uhr
BGZ
Am Johannisland 2


Der Kommentar: Sind wir nicht alle ein bisschen Kolumbus?
Endlich wieder Land in Sicht – so steht es fett auf dem neuen Flyer der IBA. Damit sollen Käufer angelockt werden, sich im „neuen Wohnviertel zwischen Heide und Altem Land“ ein Haus zu kaufen. Doch mich erinnert der Slogan fatal an Christoph Kolumbus.
Der war auch monatelang unterwegs, bis vom Ausguck her endlich der erlösende Ruf „Land in Sicht!“ ertönte – und dann war das Land, das er entdeckte, bekanntlich nicht das gesuchte Indien, sondern Amerika.
So ähnlich wird es auch Käufern eines Hauses im zweiten Bauabschnitt gehen: Sie werden entdecken, dass sie nicht in Neugraben, sondern in Fischbek wohnen. Kann ja trotzdem eine erfolgreiche Sache werden. Kolumbus hat es vorgemacht.
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2 Kommentare
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Ursula Beenk aus Neugraben | 25.03.2014 | 16:39  
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Wolfgang Kühn aus Neugraben | 26.03.2014 | 19:27  
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