30 Freistil-Künstler zeigen ihre Werke

Manuel Llobera-Capella arbeitet seit 2010 im Atelier Freistil. Bei der Jahresausstellung zeigt er sein neuestes Werk.

Atelier Freistil lädt für Freitag, 8. November, zur Jahresausstellung „Mit Köpfchen“

Die großen Holztische sind mit schützendem Papier bedeckt, überall liegen Farbtuben und Pinsel, hier und da ein halbfertiges Bild. Ganz am Fenster, durch das viel Licht auf seinen Arbeitsplatz fällt, sitzt Manuel Llobera-Capella und zeichnet. Der 23-Jährige ist einer von 30 Künstlern mit verschiedensten Handicaps, die seit rund drei Jahren im Hausbrucher Atelier Freistil, einem Kooperationsprojekt von Leben mit Behinderung Hamburg und den Elbe-Werkstätten, arbeiten. Für Freitag, 8. November, laden die Künstler ab 18 Uhr zur Jahresausstellung in den Försterkamp 11. In dem 280 Quadratmeter großen Atelier werden unter dem Titel „Mit Köpfchen“ Malerei, Zeichnungen, Drucke und Skulpturen zu sehen sein.
Manuel Llobera-Capella gehört zu den meistverkauften Freistil-Künstlern. Bei seinen Gemälden lässt er sich gerne von Werken berühmter Maler inspirieren – etwa Paul Gauguin oder Ernst Ludwig Kirchner. Er zeichnet Motive ab, verändert sie und verpasst ihnen seine kräftigen Farben. „Momentan sind Menschen mein Thema“, erklärt der Künstler. Anna Sosnowski, Hausbruch
Während der Ausstellung zeigt er ein neues großformatiges Gemälde und hofft, dass auch dieses Bild schnell einen Käufer finden wird.
Jeder Verkauf ist wichtig, denn das Atelier Freistil ist auf die Einnahmen angewiesen. „Was wir erwirtschaften, fließt in das Gehalt der Künstler“, erklärt Bettina Grevel. Sie leitet das Atelier mit Unterstützung mehrerer Kunstpädagogen. Grevel möchte ihre Künstler bundesweit bekannt machen, so wie es auch die Schlumper, eine Gruppe von Künstlern mit Behinderungen aus dem Karoviertel, geschafft haben. Zumindest in Hamburg haben sich die „Freistiler“, wie die Kunstpädagogin ihre Schützlinge liebevoll nennt, schon etabliert. Ihre Werke sind jährlich bei 15 Ausstellungen zu sehen, in diesem Jahr waren sie bei der Harburger Kunstmeile und vor Kurzem beim Altonale Kunstherbst und Eigenarten Festival dabei. Ein selbst produzierter Trickfilm lief beim Filmfest Hamburg und wurde beim ersten Inklusiven Kurzfilmfestival für einen Preis nominiert.
Und auch die Jahresausstellungen sind beliebt. Im vergangenen Jahr kamen 300 Personen, darunter auch Sammler, und viele Bilder wurden verkauft. „Das ist eine tolle Anerkennung für die Künstler“, sagt Grevel und betont: „Uns geht es hier um Kunst, die Behinderung spielt keine Rolle.“
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