170-Kilo-Hundestatue geklaut

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Der große Steinhund stand 15 Jahre lang einbetoniert auf einem Sockel neben Sabine Albers Haustür. Die Neuwiedenthalerin ist stinksauer über den Diebstahl.

Dreister Diebstahl am helllichten Tage: Bordeauxdogge aus Vollstein vor Neuwiedenthaler Reihenhaus verschwunden

Sabine Albers schäumt vor Wut. Während die Neuwiedenthalerin vergangenen Mittwochvormittag ihre Küche putzte, klauten dreiste Diebe ihren geliebten Steinhund. Um 10 Uhr stand er noch einbetoniert vor ihrem Reihenhaus in der Striepentwiete. Als gegen 12 Uhr eine Nachbarin bei Albers klingelt, klafft nur noch ein Loch vor der Haustür. „Der Hund wiegt 170 Kilo“, erzählt Albers kopfschüttelnd. „Den kann man sich nicht einfach unter den Arm klemmen!“
Als die 51-jährige das Steintier vor 15 Jahren kaufte, mussten vier Männer mit anpacken, um es in ihren Wagen zu heben. Die Statue zu stehlen, sei also sehr aufwendig gewesen. „Es müssen sie mindestens drei Männer weggetragen haben. Aber warum?“, fragt sich Albers fassungslos. Denn zu Geld machen lasse sich die Statue nicht, vermutet sie. Damals habe sie 700 DM dafür bezahlt. Großen ideellen Wert hat sie für Albers dennoch. „Ich liebe das Tier“, sagt sie traurig.
Ursprünglich sei die Bordeauxdogge ein Geschenk für ihren damaligen Freund gewesen. Doch sie erinnert Albers vor allem an einen anderen geliebten Menschen, der vor vielen Jahren verstorben ist. „Meinen Nachbarn Nikolai Gentschev“, berichtet sie. Der Sportler habe ihr geholfen, die schwere Skulptur aus dem Auto vor die Haustür zu tragen. Ihn als Schutz vor Dieben auf dem Sockel einzubetonieren, sei seine Idee gewesen. Albers: „Nikolai war ein toller Mensch. Er hat immer allen geholfen!“
Wütend mache sie der sinnlose Diebstahl auch, weil sich Albers seit vielen Jahren bei der Neuwiedenthaler Tafel für ihren Stadtteil engagiert. Sie ist entsetzt darüber, wie sich die Nachbarschaft verändert. Die resolute Frau nimmt kein Blatt vor den Mund und schimpft: „Es wird immer asozialer hier. Ich überlege schon wegzuziehen!“ Immer wieder erzählten Nachbarn von Einbrüchen. Zuletzt habe eine Nachbarin eine junge Frau dabei beobachtet, wie sie Häuser fotografierte. Albers: „Hier wird wieder was Neues auspioniert. Ich fühle mich nicht mehr sicher.“ Den Diebstahl hat sie bei der Polizei angezeigt. „Ich hab’ aber keine Hoffnung, dieses Einzelstück wiederzubekommen“, sagt sie resigniert.


Das sagt die Polizei:
Auch Hauptkommissar Gerhard Sitz vom Polizeikommissariat 47 in Neugraben hat wenig Hoffnung, dass Sabine Albers ihre Hundestatue wiederbekommt. „Wenn das nicht nur ein Scherz war und der Hund in einem anderen Garten auftaucht, sieht es schlecht aus“, sagt Sitz und betont: „Es ist keine Tat, die ein typischer Einbrecher begehen würde! Wenn der Hund aus Metall wäre, könnte man den Diebstahl wegen der steigenden Metallpreise ja noch verstehen. Aber hier ist der ideelle Wert weit größer als der Materialwert.“ Die Polizei suche zurzeit nach Zeugen, die den Diebstahl beobachtet oder die Statue irgendwo gesehen haben. Hinweise unter: Tel. 428 65 47 10. Zudem werden die Bürgernahen Beamten im Stadtteil die Augen offen halten.
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