17 junge Helfer räumen die Heide auf

Lynn aus Deutschland arbeitet als Leiterin der Gruppe genauso mit wie alle anderen. Von der Offenheit und Toleranz in ihrem Multikulti-Trupp ist sie positiv überrascht. (Foto: Steffen Kozieraz)

Internationales Sommerferien-Workcamp im Fischbeker Naturschutzgebiet

von Steffen Kozieraz, Fischbek
Sie bauen Wildzäune in Simbabwe, retten die Eier von Meeresschildkröten an den Stränden Mexikos oder unterrichten arme Kinder in Nepalesischen Bergdörfern. Die Rede ist von jungen Menschen, die sich unentgeltlich in einem der weltweit tausenden Workcamps für Natur und Gesellschaft einsetzen. Genau 17 von ihnen reparieren in diesem Sommer die Umrandung eines Hügelgrabes in der Fischbeker Heide, befreien die Heideflächen von Kiefernsprösslingen und sammeln Müll von der Elbinsel Neßsand.
Der 21-jährige Huang aus Taiwan ächzt unter der Last des Baumstamms, den er zusammen mit Nicolas aus Hawaii und Janusch aus Hessen zum Hügelgrab schleppt. Die körperliche Arbeit sei für ihn ungewohnt und herausfordernd, erzählt der schlanke Asiate. Doch hofft er hier auf ein paar Muckis, vor allem aber auf neue Freunde und deutsche Sprachkenntnisse. „Ich nehme hier auch teil, um Hamburg kennenzulernen“, erklärt Huang und schwärmt vom bunten Nachtleben auf St. Pauli. Denn das ist für alle Teilnehmer die goldene Seite der Camp-Medaille: Nach den täglichen vier Arbeitsstunden, bleibt genügend Zeit für Sightseeing und Freizeitspaß in der Gruppe.
„Hier kann man Offenheit und Toleranz lernen, weil Kulturen aufeinanderprallen,“ sagt die 20-jährige Gruppenleiterin Lynn aus dem Ruhrgebiet. In ihrer französisch-armenisch-spanisch-asiatisch-deutschen Gruppe finde ein reger kultureller Austausch statt. So kochen heute die beiden Jungs aus Spanien eine Tortilla zum Abendessen.
Die 24-jährige Liana hofft, dass sie und ihre neuen Freunde in Kontakt bleiben. Der Blick vom Michel über den Hamburger Hafen habe sie zwar begeis-tert, doch: „Wien finde ich schöner,“ stellt sie offen fest. Gerade weil es spannendere Orte für Workcamper gibt, ist Manuel Krause als Ranger der Fischbeker Heide froh darüber, dass der internationale Jugendgemeinschaftsdienst (IJGD) das Lager in seinem Naturschutzgebiet ausgebucht bekommt. „Jedes Jahr werden dadurch gut zehn Hektar mehr entkusselt. Das bringt für die Heide schon sehr viel,“ so Krause.
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