160-Tonnen-Koloss am Haken

Rund 90 Minuten dauerte es, bis der Schwimmkran das beschädigte Tor aus seiner Verankerung gehoben und zur Sietas Werft geschleppt hatte. (Foto: pr)

Schwimmkran schleppte kaputtes Sperrwerkstor auf die Sietas Werft

von Annekatrin Buruck, Cranz
Pünktlich um elf Uhr setzte sich der Schwimmkran HHLA IV auf der Sietas Werft in Bewegung. Seine Aufgabe: Das im Dezember vergangenen Jahres beschädigte, 160 Tonnen schwere Sperrwerkstor aus seiner Verankerung zu heben und in die Werft zur Reparatur zu schleppen.
Dazu wurde das Tor mit schweren Tauen am Hebearm des Schwimmkrans befestigt, der bis zu 220 Tonnen stemmen kann. Daher hatte er keine Schwierigkeit, das havarierte Sperrwerkstor um ungefähr anderthalb Meter anzuheben und in die Sietas Werft zu ziehen, wo es aus dem Wasser gehievt wurde. „Die ganze Aktion hat rund 90 Minuten gedauert“, berichtet Alexander Schwertner, Sprecher der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA).
Noch immer ist nicht abschließend geklärt, warum das Tor am 8. Dezember beim Schließen plötzlich um 70 Zentimeter und die darüber liegende Straßenbrücke um 15 Zentimeter nach oben gedrückt worden waren. Wegen des trüben Wassers hatten auch Taucher die Ursache nicht erkennen können. Möglicherweise sind Sandablagerungen unter dem Tor oder ein schwerer Gegenstand schuld. Die Reparatur des Tores wird voraussichtlich acht Wochen dauern und circa zweieinhalb Millionen Euro kos-ten. Die Arbeiten insgesamt, also auch das Einhängen und Prüfen des Tores sowie die Reparatur der Straße, werden sich bis Mitte September hinziehen. Abgesehen von einigen Sonderöffnungen bleibt die Straße daher für den Verkehr gesperrt.
Das Sperrwerk an der Estemündung dient der Sturmflutsicherung. Es besteht aus insgesamt vier Toren: Zwei stehen außerhalb des Deichs in Richtung Elbe, zwei innerhalb des Deiches in Richtung Este. Beschädigt ist eines der binnendeichs liegenden Tore. Das Sperrwerk muss ab einem Wasserstand von 2,80 Meter über Normalnull geschlossen werden.
Das Bauwerk wurde zwischen 1996 und 2000 als Ersatz für das alte Sperrwerk aus dem Jahre 1968 errichtet. Im Jahr 2010 wurde die Klappbrücke rund 450 Mal geöffnet.
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