Wer muss hier aufräumen?

Jürgen Lohse aus Neugraben ärgert sich über den Müll auf der ehemaligen Panzerverladerampe in Fischbek.

Auf der ehemaligen Panzerverladerampe in Fischbek türmt sich seit Jahren Müll, doch keiner fühlt sich zuständig

Ausrangierte Matratzen, vergilbte Zeitungsstapel, alte Schuhe, kaputte Plastikeimer, Schutt und allerlei Unrat liegen in Haufen über das Gelände der alten Panzerverladerampe in Fischbek verstreut. „Hier fahren die Leute drauf und laden einfach ab“, sagt Jürgen Lohse kopfschüttelnd. Der Rentner kam auf einem seiner Streifzüge durch Süderelbe mit dem Fahrrad hier vorbei und bemerkte die illegale Müllkippe. „Es sieht übel aus hier. Und kein Mensch unternimmt was dagegen“, ärgert sich Lohse.
Nachdem 2005 die Röttiger Kaserne auf der anderen Seite der Cuxhavener Straße geschlossen würde, verlor auch die Rampe mit Gleisanschluss ihre Bedeutung. Früher wurden hier Panzer auf Züge verladen, heute liegt das von Bäumen umgebene Gelände brach und bietet allen, die ihren Müll entsorgen wollen, beste Voraussetzungen. Von der Cuxhavener Straße führt ein schmaler Sandweg auf das Gelände. Rechts und links grenzen Felder an, die Sandbek-Siedlung ist mehrere hundert Meter entfernt.
Die Schienen sind schon seit langem abgebaut, im Gleisbett liegt nur noch Müll. Ihn zu entfernen, plane die Bahn als Eigentümerin der Rampe jedoch nicht. „Dafür ist das Bezirksamt Harburg zuständig“, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Er beruft sich auf Urteile des Bundesverwaltungsgerichts, nach denen ein Eigentümer keine wilden Müllablagerungen entfernen muss, sofern sein Grundstück frei für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Tatsächlich ist das Gelände nicht eingezäunt. „Mit dem Bezirksamt wurde vereinbart, dass ein Zaun vor die Einfahrt gestellt wird“, so Meyer-Lovis weiter. „Wir sehen uns nicht verpflichtet, dass zu tun.“
Von solchen Absprachen will man im Bezirksamt nichts wissen. Der stellvertretende Baudezernent Carl-Henning von Ladiges will die Sache jetzt prüfen lassen. Eines stellt er jedoch gleich klar: „Für die Beseitigung von Müll ist der Grundeigentümer zuständig.“ Um zu unterbinden, dass weiter Müll auf dem abgelegenen Gelände landet, müsse die Bahn ihr Grundstück selbst umzäunen.
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