Kolumne: Mehlsack mit Adlerschwingen

Mit Gefühl und Köpfchen: Mia Meyer stellt sich vor, sie sei ein Mehlsack, wenn sie rudert.
Hamburg: Rc Süderelbe |

Die Kolumne von Mia Meyer.

In manchen Sportarten ist es von Vorteil, bestimmte Bedingungen zu erfüllen. Beim Rudern bedeutet das, je größer und schwerer der Sportler desto besser. Wer diese Voraussetzungen nicht unbedingt in die Wiege gelegt bekam, darf ein bisschen mogeln. Wenn einem schon die zusätzliche Schwungmasse fehlt, dann wenigstens so tun als ob. Bildliche Vorstellungen sind mir dabei eine große Hilfe.
Im Boot sitzend versetzt man sich in einen Mehlsack. Sofort fühlt man sich schwer, vollgestopft und unbeweglich. Das unterstützt einen effizienten Körperschwung. Wichtig ist, die Sensibilität nicht auszuschalten. Zwar soll der Körper möglichst wenig Bewegung erfahren, weil jeder überflüssige Schwung das Boot ins Wasser drückt und somit entgegen der Fortbewegungsrichtung wirkt. Doch es ist wichtig, Gefühl und Köpfchen zu bewahren. Um die Arme also ohne viel Aufwand aber mit viel Wirkung zu bewegen, stellt man sich die kraftvollen, majestätisch eleganten Flügelschläge eines Adlers vor. So kommt es zu seltsamen Wortneubildungen wie dem „Mehlsack mit Adlerschwingen“. Aufpassen muss man nur, dass man nicht endet wie eine Ente beim misslungenen Flugversuch.
Es gibt viele verschiedene Methoden, einen Sportler an das richtige Gefühl zu gewöhnen. Dabei können bestimmte Töne helfen, die automatisch eine richtige Bewegung erzeugen oder das Rudern nach Farben. Jede Farbe hat einen anderen Beigeschmack. Für mich ist Pink agressiv, Blau energiereich, Grün hat den gewissen Pepp und Gelb ist kraftlos. Im Training heißt es dann manchmal: „Blau beschleunigt und etwas mehr Grün im Endzug.“
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