Suche nach dem verlorenen Paradies. Ausstellung von Margot Berghaus im hit-Technopark bis zum 18. Oktober 2013.

Margot Berghaus, Catwalk, 2011, FotoMontage auf Papier
Hamburg: hit-Technopark | Tiere stehen im Mittelpunkt der Bilder von Margot Berghaus. Aber nicht Tiere in der Natur, sondern Tiere im Blick des Menschen. Die dargestellten Hunde, Katzen und Mischwesen bringen unsere menschlichen Sehnsüchte zum Ausdruck: Die Tiere demonstrieren Freiheit, Unbeschwertheit, Spiel, Nähe, Freude am Hier und Jetzt und das Übertreten von Grenzen. Für Margot Berghaus symbolisieren Tiere das verlorene Paradies. Ihre Arbeiten sind Suche nach dem verlorenen Paradies.
Technisch liegen die Bilder im Grenzbereich zwischen Fotografie, Computerarbeit und Malerei. Viele enthalten Zitate aus klassischen Gemälden – von der Höhlenmalerei über Leonardo, Dürer bis Andy Warhol. Der Arbeitsprozess beginnt in der Regel mit dem Fotografieren, wird dann am Computer fortgesetzt, wo aus verschiedenen Quellen ein neues digitales Bild entsteht. In weiteren Arbeitsgängen werden Ausdrucke übermalt oder weitergezeichnet, eigene Radierungen oder Motive aus anderen Kunstwerken mit eingebaut.
Die Künstlerin war ursprünglich in der Wissenschaft zu Hause: Margot Berghaus war 20 Jahre Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim, bevor sie vor 6 Jahren zur praktischen Kunst wechselte. Seit 4 Jahren lebt und arbeitet sie in Hamburg.
Auf die Frage, was sie zu diesem Wechsel und besonders zu dieser Art von Bildern veranlasst hat, antwortet sie: „Für mich symbolisieren Tiere das verlorene Paradies. In der Bibel heißt es, dass die Menschen aus dem Paradies vertrieben wurden, weil sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten. Im Paradies bildete alles eine Einheit, so wenigstens stellen wir uns das sehnsüchtig vor. Durch den Akt der Erkenntnis wurde dieses Gefühl der Einheit zerstört, das ist die schmerzliche Vertreibung aus dem Paradies. Viele moderne Erwachsene leben in einem latenten Gefühl des Getrenntseins und der Entfremdung. Aber man kann paradiesähnliche Momente suchen und erleben, so im Umgang mit Tieren, auch in der Kunst.“
In ihrer wissenschaftlichen Laufbahn hat sie reichlich vom Baum der Erkenntnis gegessen. Nun stellt sie in den Bildern das Spiel, die Freiheit, die Anmut, die Schönheit in den Mittelpunkt. Es ist aber nicht alles bloß Spiel: In ihren Arbeiten sind auch Hinweise auf Wissenschaft und Kunstgeschichte integriert.

Die Ausstellung ist Mo-Fr von 8:30 - 16:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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