Harburgs Geschichte wird ausgebuddelt

Hamburg: Binnenhafen | Von Sabine Langner.
Wie sah Harburg im zwölften Jahrhundert aus? Wie eng haben die Menschen nebeneinander gewohnt? Welche Geräte haben sie benutzt? Erste Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen erhoffen sich Archäologen noch in diesem Jahr. Bevor das Projekt „Wohnen und Arbeiten am Kaufhauskanal“ in Gang kommt, dürfen Mitarbeiter des Helms-Museum erst mal nach Herzenslust graben.
Bis ins 19. Jahrhundert lebten maximal 5.000 Menschen in Harburg, erläutert Prof. Rainer Maria Weiss, Direktor des Helms-Museums. Nahezu alle, haben rund um das Schloss gewohnt. „Die Schloßstraße war praktisch Harburg“, so der Archäologe. Um die Straße in der morastigen Elbniederung überhaupt befestigen zu können, wurde ein großer Damm aufgeschüttet. Auf diesen Damm sind im Laufe der Jahrhunderte Häuser gebaut, zusammengebrochen, abgebrannt und wieder aufgebaut worden. All diese Schichten werden demnächst von den Museums-Mitarbeitern freigelegt.
Rund zwei Jahre werden die Grabungen andauern, schätzt Rainer Maria Weiss. Zunächst müssen die aktuellen Gebäude abgerissen werden. „Anschließend kommt der Kampfmittelräumdienst, und dann werden wir die Schaufel schwingen. Wir rechnen mit Grabungen in drei bis vier Meter Tiefe.“
Ein Glücksfall wäre für die Wissenschaftler ein alter Brunnen oder eine Latrine. „In früheren Zeiten haben die Menschen alles, was sie nicht mehr brauchten, in die Brunnen oder Latrinen gekippt“, so Weiss weiter.
Vorfinanziert wird die Ausgrabung zunächst von der Finanzbehörde. Später muss der Investor des Neubaus die Kosten übernehmen. Weil das Thema spannend ist, plant das Helms-Museum während der Grabungsarbeiten eine Dauerausstellung im gegenüberliegenden TuTech-Gebäude sowie regelmäßige Führungen. Los geht das Ganze wohl im Spät-herbst am Grundstück Harburger Schloßstraße 23.
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