Gaviotas und die Pflanzenschrift. Ausstellung von Harald Finke im hit-Technopark.

Hamburg: hit-Technopark | Der in Kiel geborene und heute in der Lüneburger Heide lebende Künstler Harald Finke betrachtet die Kunst als Mittel zur Verständigung, die in einen Dialog mündet.

Künstler und Betrachter und weitere Protagonisten beteiligen sich an einem Kommunikationsprozess, der unterschiedliche Varianten zulässt. Im Mittelpunkt steht dabei bei Harald Finke der Dialog mit der Natur, den er exemplarisch und unmittelbar in seiner Pflanzenschrift führt. Dazu setzt er wissenschaftlich-technische Experimente ein, um z.B. den Dialog mit Pflanzen sichtbar zu machen. Elektrische Spannungsveränderungen an der Pflanze werden gemessen und über Computerbildschirm und Klang sichtbar und hörbar gemacht. Zur Ausstellungseröffnung wirkt neben Harald Finke und dem Musiker Matthias Winkler sogar ein Drachenbaum mit. So entstehen die Bilder der Serie Pflanzenschrift, die durch erfahrbaren Dialog dazu beitragen können den Dialogpartner Pflanze und damit die Natur besser zu verstehen und dann daraus eventuell auch Schlüsse zu ziehen. In einem solchen Kommunikationssystem werden dann u.U. Lebens- und Verhaltensmuster - wie in dem Fantasyfilm “Avatar“ aus dem Jahr 2009 - virulent. Die zentrale Botschaft dabei ist die durchgreifende Vernetzung aller Lebensformen, losgelöst von den bestehenden Normierungen und Kategorien.

Die Natur als thematische Grundlage in seinen Werken schlägt sich auch in der Bildserie „Gaviotas“ nieder, die sich, wie der Titel deutlich macht, auf die gleichnamige Siedlung in der östlichen Savanne Kolumbiens bezieht. Die Ziele dieser Siedlung lassen sich mit Umweltverträglichkeit und nachhaltigem Wirtschaften beschreiben, ohne dass es zu einer ideologisch-politischen Festlegung kommt. In diesen Bildern werden Grundformen wie Kreis und Oval verwendet. Farben werden symbolisch eingesetzt. Warme Rot- und Gelbtöne überwiegen und stehen hellen und dunklen Grüntönen gegenüber.

Mit der Gaviotas-Thematik schlägt Harald Finke den Bogen vom Mikro- zum Makrokosmos und zeigt so, dass eine Annäherung an und Verständnis für die Natur nicht nur über technische Versuchsaufbauten, sondern eben auch auf der malerischen Ebene möglich sind. Über Bildtitel wird der Rezipient animiert, in einen Dialog einzutreten und sich mit der grundlegenden Idee von Gaviotas auseinanderzusetzen. Damit dokumentiert Harald Finke einen ganz eigenen künstlerischen Entwicklungsprozess, er greift einmal mehr den Zusammenhang von Kunst und Natur auf. Er stellt dieses Thema in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit und fordert zum Dialog darüber auf.
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