Ausstellung Sonja Schumacher: Kopflastig

Sonja Schumacher, Zwischenspiel
Hamburg: hit-Technopark | Bis zum 29. April zeigt die 1963 in Hamburg geborene und heute in Ashausen bei Winsen lebende Malerin Sonja Schumacher im hit-Technopark Bilder und Skulpturen, die den Kopf oder Köpfe ins Zentrum der Betrachtung stellen.

Mit dem Titel "Kopflastig" wird ein erster Hinweis gegeben auf das eigentliche Thema in den Arbeiten von Sonja Schumacher. Es werden die unterschiedlichsten Gefühlswelten der dargestellten Köpfe sichtbar gemacht, und das zentrale Anliegen der Malerin findet in ihrer "Malerei zwischen Haut und Seele" jenen unverwechselbaren Ausdruck, der die Betrachter fesselt und findet.

Sonja Schumacher ist mit ihren Arbeiten auf der Suche nach Emotionen, die sie durch Malerei oder Skulptur sichtbar machen und verstehen will. Die von ihr dabei verwandten Mittel konzentrieren sich auf kontrastierende Farben, Augen die aus den Bildern heraus dem Betrachter folgen und deren Ausdruck von großer Freude und tiefer innerer Qual zeugen und deren Ausdrucksbreite das Unsichtbare sichtbar macht und erspürt.

So zeigen die Bilder der Reihe "Zwischenspiel" sich verändernde Emotionen, die wie Momentaufnahmen das Innerste von Menschen aufzeichnen und festhalten. Sonja Schumachers Bild "Zwischenspiel 6" zeigt einen großformatigen Kopf, der den Blick nach innen gerichtet und die Augen verschattet, den Augenblick innerer Einkehr und Nachdenklichkeit festhält. Das Äußere wird durch farbige Rot- und Grünakzente, verschwimmende Konturen und graue Farbflächen auf Papier gebannt.

Diese Technik steigert die Malerin in der 56-teiligen Arbeit "Typenleere", die 56 Köpfe neben- und untereinander reiht. Auch hier spielen die Augen und die verwendeten Farben eine wesentliche Rolle,
und die dargestellten Emotionen spiegeln den Wechsel von dem einen Augenblick hin zu vielen denkbaren Gefühlszuständen wieder, die wir alle kennen und die unseren Alltag bestimmen.

Den emotionalen Beziehungen in der Keimzelle der Gesellschaft, der Familie, spürt das Bild "Bittersweet" nach, dessen bonbonfarbige Farbigkeit einerseits eine vermeintlich heile Welt suggeriert, die sich bei genauerer Sicht unheilvoll enttarnt.

15 Keramikköppe und ein Kopp aus Bronze demaskieren mehrdimensional jenes Elend, vor dem wir uns schützen wollen, das eigentlich unsichtbar bleiben soll und dennoch allgegenwärtig ist. In diesem Sinne ist Sonja Schumacher eine Künstlerin, die durch Ihre Bilder und Skulpturen polarisiert und wahrhaft kopflastig zur Diskussion anregt.
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