Kunst oder Krempel - das ist hier die Frage

Michael Krippendorf vor seinem Wandobjekt "way of life"
Hamburg: hit-Technopark | Mit dieser provokanten Überschrift läuft die Ausstellung des Hamburger Künstlers Michael Krippendorf bis zum 4. Juli 2014 im hit-Technopark.

Kreative Vorbilder wie der Schweizer Bildhauer Bernhard Luginbühl haben Michael Krippendorf inspiriert, aus bereits Vorhandenem etwas Neues zu erschaffen und damit Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, einer neuen Bedeutung zuzuführen. Im Gegensatz zu seinem Vorbild Luginbühl kombiniert der Hamburger Künstler unterschiedliche Materialien miteinander und nennt seine Kunst deshalb collagen-art. Holz, Plastik, Metall, Glas und weitere Materialien werden miteinander verbunden.

So wird die Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu einem Schlaraffenland für den Künstler Michael Krippendorf und sein Atelier in Harburg zu einer Fundgrube für Skuriles und Bekanntes aus der technischen Entwicklungsgeschichte. Krippendorf bildet mit seinen Arbeiten aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse und ein individuelles Lebensgefühl ab, das wesentlich auf fortwährende Veränderung und Weiterentwicklung setzt. Dabei verschwimmt die Differenz zwischen Marketingstrategie und realem Fortschritt so stark, dass sich für Individuen und ganze Gesellschaften schließlich die Frage nach dem eigentlichen Sinn stellt. Beispielhaft verarbeitet Michael Krippendorf dieses Thema in seiner Objektskulptur "way of life", die vollständig aus gebrauchten, beschädigten, demolierten und verschlissenen Objektteilen besteht, deren Kombination so unübersichtlich ist, dass einzelne Objektteile kaum noch erkennbar sind und so eine Verschleierung eintritt, die ein Erkennen oder die Erkenntnis schwierig macht.

Die Wandcollage "Interaction" weist daraufhin, dass gute Interaktion im täglichen Leben unabdingbar ist und dass Aufeinandereinwirken von einzelnen Akteuren oder ganzen Systemen in Soziologie und Psychologie ein geläufiger Zusammenhang ist. Die Filmspulen oder der Plattenteller machen deutlich, dass Interaktion zwischen Regisseur, Technikern, Schauspielern und Musikern notwendig ist, um ein gelungenes Bühnenstück aufzuführen oder einen Film herzustellen. Das Beziehungsgeflecht von Interaktion und Kommunikation sowie Handeln und Arbeit wird so offenkundig und universell.

Michael Krippendorf eröffnet mit seinen Objekten und Collagen für den Betrachter durch Wiedererkennungseffekte Einblicke in eine fantastische Welt, die Vergangenheit und Zukunft verbindet. Es werden Grenzen aufgezeigt, deren Unumkehrbarkeit schon die Rolling Stones 1968 mit ihrem Song "Sympathy for the devil" beschrieben haben und die den Unterschied von Kunst und Krempel definieren.

Die Ausstellung ist Mo - Fr, 8:30 - 16:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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