Harburger SchülerInnen lauschten „Themba“ - Lutz van Dijk berichtete von Romanfigur im Friedrich-Ebert-Gymnasium

Lutz van Dijk (Mitte, hinten) mit Schüler/Innen des Friedrich-Ebert-Gymnasiums Harburg (Foto: tdh)
Spürbare Neugierde und lauschende Stille packte die SchülerInnen der 9. und 11. Jahrgangsstufe des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Harburg, als der Jugendbuch-Autor Lutz van Dijk in ihre Schule kam und von seinem Weg aus Hamburg nach Südafrika berichtete. In Masiphumelele, in der Nähe Kapstadts, hat der Schriftsteller vor zehn Jahren ein Waisenheim für HIV-infizierte Kinder gegründet und dort auch Themba kennen gelernt. Der elfjährige Junge, dessen Geschichte die Vorlage eines gleichnamigen Buches geliefert hat, erlebt eine Kindheit in Angst vor der AIDS-Erkrankung seiner Mutter und der Gewalt seines Onkels. Aber zugleich ist es auch die Geschichte einer Kindheit mit Hoffnungen und Träumen, die in der großen Welt des Profi-Fußballs wahr werden könnte.
Der Schriftsteller erzählt schließlich auch von Mbu Maloni, einem anderen Jugendlichen aus dem HOKISA-Projekt, der ebenso wie Themba sein Schicksal in die Hand nimmt, obwohl er eine Kindheit erlebte, die keine war. Es ist eine dramatische Geschichte, die der Jugendliche selbst niedergeschrieben hat und durch die Hilfe von Lutz van Dijk in Deutschland als Buch herausgebracht hat. Beide Geschichten sind gefüllt mit der Hoffnung des südafrikanischen Traumes nach einem Leben unter lebenswürdigen Bedingungen, Anerkennung und bescheidenem Wohlstand.
„Ich bin immer irgendwie noch Kind geblieben“, so beschreibt Lutz van Dijk seine Fähigkeit, seit vielen Jahren erfolgreiche Jugendbücher zu brisanten Themen, wie Armut, AIDS, Homosexualität und Rechtsradikalismus zu schreiben. Darunter befinden sich Bücher, die z.B. in Südafrika zur Enttabuisierung der Immunschwächen-Krankheit HIV beitragen und bereits dort Pflichtlektüre der 8. Jahrgangsstufe sind. In viele afrikanische Sprachen sind die Bücher des ehem. Hamburger Lehrers übersetzt worden, der zweimal jährlich auf Lesetour quer durch Deutschland reist.
Durch die Initiative der Hamburger Arbeitsgruppe des Kinderhilfswerks terre des hommes ist der Autor nun wieder in die Hansestadt gekommen. „Wir freuen uns, aus erster Hand über das Leben in Südafrika zu erfahren“, so Daniel Kiwitt (Mitglied der hiesigen terre des hommes AG), „und möchten die Erfahrungen des Autors an die Jugendlichen in Hamburg weitergeben. Genau dies ist in der Harburger Schule sehr gut gelungen.“ Denn mit gezielten Fragen der Jugendlichen, z.B. danach, wie man den Kindern in Südafrika helfen kann, kommen viele SchülerInnen noch nach der Unterrichtsstunde zu Lutz van Dijk.
Thembas Geschichte wurde inzwischen verfilmt und lief 2010 auch in den deutschen Kinos. Mit diesem Film ausgestattet werden die SchülerInnen weiter in die Geschichte des afrikanischen Kontinents eintauchen, gepackt von der Neugier über das Leben der Gleichaltrigen in der Ferne.

Infos über das HOKISA – Projekt (Abk. für „Home for Kids in South Africa“) von Lutz van Dijk:
http://www.hokisa.co.za/
sowie über die Arbeit der terre des hommes AG Hamburg: www.tdh-unihh.de

Literatur:
- Mbu Maloni, Niemand wird mich töten, Peter Hammer Verlag 2011
- Lutz van Dijk, Themba, cbt-Verlag 2008
- dergl., Die Geschichte Afrikas, Campus-Verlag, 2. Aufl. 2008
- dergl., Township-Blues, cbt-Verlag, 6. Aufl. 2003
u.v.m.
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