Das Drama um den SV Lurup

Gegen Inter Hamburg verlor der SV Lurup neulich 1:3 – es war eine von 41 Niederlagen der Mannen in Rot-Weiß. (Foto: Plackmeyer)

Schon wieder Tabellenletzter in der Landesliga – treue Anhänger kommen trotz 41 Niederlagen

Folke Havekost, Lurup

Sie verlieren und verlieren – und geben die Hoffnung doch nicht auf. Die Anhänger des SV Lurup sind ein Musterbeispiel dafür, dass gewinnen nicht alles ist. „Wenn Lurup spielt, spielt Lurup“, sagt Jan Kröger: „Die Tradition dieses Vereins kann man nicht einfach in die Kreisklasse abschieben.“ Der 48-Jährige ist seit Jahrzehnten Fan, die Krise hat ihn auch zum Ligaobmann gemacht: „Wenn du in Läden kommst, um Spieltagsplakate anzukleben, hörst du schon öfters: Na, Jungs, geht's aufwärts?“
Nur bedingt: Nach dem Aufstieg in die Oberliga im Mai 2015 hat die Mannschaft kein Spiel mehr gewonnen. Zwei Unentschieden, 41 Niederlagen, 293 Gegentore, Abstieg. Nach dem Absprung des Hauptsponsors ist Lurup mittlerweile Letzter in der Landesliga. Wer Fan sein will, muss leiden.
„Ich bin hier aufgewachsen und auch hingegangen, als ich nicht mehr hier gewohnt habe“, erzählt Markus Knerr. „Das ist schon eine kleine Liebe geworden.“ In besseren Tagen stand er zusammen mit Kröger und zwei weiteren Mitstreitern zu viert im riesigen Gästeblock des Niedersachsenstadions Hannover, als Lurup vor 7.000 Zuschauern in der 3. Liga nur 1:3 gegen Hannover 96 verlor. Wie Kröger ist auch Knerr vom Fan zum Funktionär geworden, engagiert sich als Pressesprecher und Kartenverkäufer. Vorige Saison war der 48-Jährige Sicherheitsbeauftragter, einfach weil man in der Oberliga einen haben muss.
Dort war die Mannschaft chancenlos, inzwischen schnuppert sie an kleinen Erfolgen. Gegen den Tabellenzweiten VfL Pinneberg II steht es eine Stunde lang 0:0, aber am Ende siegen die Gäste 2:1. Mit einem Tor von Okan Yumut, der früher für Lurup gespielt hat. Im Tor des Schlusslichts steht der Feldspieler Christian Gyamfi – die Personalsorgen eines Krisenklubs.
„Wir bauen das in aller Ruhe wieder auf“, bleibt der ehemalige Luruper Fußballchef Fritz Müller gelassen und lobt Kapitän André Drawz: „Er ist auch Jugendtrainer hier, genau wie sein Vater.“ Zumindest für den Nachwuchs scheint gesorgt: Am Vorhornweg entsteht ein neues Stadion mit zwei Kunstrasenplätzen, das noch in diesem Jahr eingeweiht werden soll. Dann sollen bessere Zeiten anbrechen – zumindest für die 28 Jugendmannschaften des Vereins.
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