Zu kurze Schutzdächer: Kunden stehen im Regen

Hans Dieter Adolphsen macht es vor: Wer seine Einkaufstüten aus dem Kofferraum holen will oder die Einkäufe dort einpacken möchte, muss das unter freiem Himmel tun. Denn die Schutzdächer auf dem Parkdeck sind zu kurz - sie schützen nur die Motorhaube der parkenden Autos.

Schildbürgerstreich auf dem Parkdeck des Lurup-Centers. Bei Regen wird das Einpacken eine nasse Angelegenheit.

Schick ist das neue Lurup-Center. Aber eines hätte man wirklich besser machen können, sagt der Luruper Hans-Dieter Adolphsen (69): „Das, was die Architekten des Centers dort auf das Parkdeck gestellt haben, ist doch ein Schildbürgerstreich!“
Kunden, die mit dem Auto in das Einkaufszentrum am Eckhoffplatz kommen, fahren in die Einfahrt am Lüttkamp und eine Rampe zum Dach des Lurup-Centers hinauf. Dort oben parken die Autos nebeneinander unter Carport-ähnlichen Schutzdächern.
„Schutzdächer“ ist allerdings das völlig falsche Wort. Denn die Dächer sind so kurz, dass höchstens ein Smart ganz darunter verschwinden kann. Alle anderen Autos stehen im wahrsten Sinn des Wortes mit dem Hintern im Regen. Folge: Wer mit dem vollen Einkaufswagen bei seinem Auto ankommt und Pütt un Pann in den Kofferraum laden will, muss sich bei Regen und Schnee entweder damit abfinden, dass er bis auf die Haut nass wird - oder mit einer Hand einen Schirm halten und mit der anderen einpacken.
Adolphsen, ehemaliger Feinmechanikermeister mit einem Blick für technische Details, regt das auf: „Wenn man schon so etwas plant, dann soll das doch auch sinnvoll sein!“
Er hat an das Centermanagement geschrieben - und diese verblüffende Antwort erhalten: „Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Überdachungen als Regenschutz aufgestellt wurden. Das ist jedoch nicht der Fall. Eigentlicher Grund ist die Forderung des Bezirksamtes, Grünflächen zu schaffen. Diese Dächer konnten leider nicht größer dimensioniert werden, da das Gewicht der Auskragungen inklusive Bepflanzung das Maximum ist, was statisch möglich ist, ohne weitere Stützen zu bauen. Die Dächer sind also in erster Linie nicht Wetterschutz, sondern Unterbau für Grünflächen.“
Das Wochenblatt fragte im Bezirksamt nach - tatsächlich hatten die Investoren die Auflage, 20 Prozent der Dachfläche zu begrünen. „Diese Forderung wurde mit der unmittelbaren Nähe der beiden Wohnhochhäuser und dem Wegfall von Baumbestand auf dem alten Grundstück begründet.“
Adolphsen schüttelt den Kopf: „Dann lässt man eben nur immer ein Auto quer unterm Dach parken, statt zwei Schnauze an Schnauze. Dann hat man wenigstens 100 zufriedene Kunden, statt 200 , die sich ärgern!“
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