Zollbeamter, Tangotänzer, aber vor allem: Maler

Während er früher häufig auch Aquarelle malte, hat sich Klaus Kummerfeld inzwischen ganz auf die Ölmalerei verlegt.

Vorgestellt: Klaus Kummerfeld und seine Gemälde.

Das zweite Leben eines Hamburger Beamten – es hängt an den Wänden einer Zweizimmerwohnung in Lurup. Es ist die Wohnung von Klaus Kummerfeld (68), pensionierter Zollbeamter, Tangotänzer ­ und vor allem: Maler. Dicht an dicht hängen seine Werke: norddeutsche Landschaften, Stillleben, Porträts. Alle leuchten, zeugen von großer Freude an der Darstellung von Farbe und Licht.
Klaus Kummerfeld wurde 1945 in Altona geboren. Als er drei Jahre alt war, wanderten seine Eltern nach Buenos Aires aus. Dort wuchs er auf. Noch immer spricht er fließend Spanisch. Ein weiteres Erbe aus Argentinien: Kummerfeld tanzt Tango, und zwar gekonnt. „Ein guter Tangotänzer“, schmunzelt er, „kann noch so alt sein, er wird immer von schönen, jungen Frauen begehrt“.
„1963, als ich 18 war“, erzählt er, „sind meine Eltern wieder zurück nach Hamburg gekommen – weil der Junge es so wollte.“ „Der Junge“ arbeitete auf verschiedenen Werften, bevor er in die Zollverwaltung ging. 1971 heiratete er, zwei Söhne kamen auf die Welt. Klaus Kummerfeld war endgültig Hamburger geworden, „überzeugter Lokalpatriot“.
Von Kindesbeinen an hat er gemalt. Aber Malen als Beruf? „Nein“, sagt er, „das wollte ich nie. Ich habe Beruf und Hobby immer getrennt gehalten.“ So malte er früher in der Freizeit, seit er im Ruhestand ist, tags und auch oft nachts. Schön sei es, wenn man nicht schlafen könne, aufzustehen und an seinem Werk weiterzuarbeiten.
Meist entstehen seine Ölgemälde nach selbst geschossenen Fotos. Gelegentlich aber arbeitet er direkt vor Ort am Motiv, so sind viele seiner norddeutschen Landschaften entstanden. Obwohl das Malen im Freien seine ganz praktischen Schattenseiten hat: „Immer steht irgendein Klugscheißer neben einem, der einem sagt, welche Farbe man nehmen soll.“ Kummerfeld lacht und fügt hinzu: „Aber es gibt auch nette, die ihr Wurstbrot mit dir teilen.“
Was möchte Klaus Kummerfeld erreichen mit seinen Bildern? „Nichts politisch Motiviertes, nichts sozial Beladenes, ich will niemandem meine Meinung verkaufen, sondern Eindrücke so wiedergeben, dass klar wird, was ich empfinde.“ Sein nächstes Projekt: St. Pauli-Bilder. Eine Fotoserie von urigen Hinterhöfen, kopfsteingepflasterten Gassen und aus der Zeit gefallenen
Ecken hat er schon gemacht. „Das alte St. Pauli fasziniert mich, und das wird alles bald verschwunden sein. Ich will es im Gemälde festhalten.“
www.kk-gemälde.de
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