Zehn Babys, drei Hochzeiten und fünf Todesfälle

Gemeinschaftliches Wohnen: Das Projekt „Eidelstedter Feldhaus“ feiert zehnjähriges Bestehen.

Das Dorf in der Stadt: Eidelstedter Feldhaus feiert zehnjähriges Bestehen.

Von Christopher von Savigny.
Wenn Katrin Wegner beim Einkaufen mal das Brot oder die Milch vergisst, ist das nicht weiter schlimm. „Man fragt einfach seine Nachbarn, ob sie einem etwas mitbringen können“, sagt sie. Unbekannte Gesichter gibt es in ihrer Umgebung nicht, jeder ist mit jedem per du. Vor mittlerweile zehn Jahren hat Wegner zusammen mit einer Handvoll Gleichgesinnter das Projekt „Eidelstedter Feldhaus“ ins Leben gerufen. Seither wohnen an der Feldmark Jung und Alt, Familie und Single, behindert und nicht-behindert Tür an Tür und in guter Nachbarschaft. „Eigentlich lebe ich in einem kleinen Dorf“, findet Wegner. Aus Anlass ihres Jubiläums feierte die bunte Eidelstedter Hausgemeinschaft Ende August ein großes Sommerfest.
Es war so um das Jahr 2002 herum, als sich drei oder vier Hamburger Familien zusammentaten, die auf der Suche nach einem kinderfreundlichen Wohnort waren. „Wir wollten eine Umgebung, in der unsere Kinder toben und lärmen dürfen“, sagt Wegner. Mit der Baugenossenschaft Hamburger Wohnen wurde schließlich ein Projektpartner gefunden, der am Rande der Eidelstedter Feldmark ein energiesparendes Passivhaus mit 42 Wohnungen baute.
Das Prinzip: Jede Mietpartei erwirbt einen Genossenschaftsanteil und zahlt regelmäßig Miete an den Besitzer, alles Weitere – Gartennutzung, Reinigung und zusätzliche organisatorische Dinge – machen die Bewohner unter sich aus. Es gibt mehrere Gemeinschaftsräume und einen Bastelraum, wo man sich trifft. Bis zu sechs Personen leben zusammen, das Alter der Bewohner reicht derzeit von null bis 79 Jahren. Über die Stiftung Alsterdorf leben einige Behinderte im Projekt. Aktuell rund 30 Kinder nutzen die große Wiese nebst Spielplatz hinter dem Haus. Seit dem Start im Jahr 2004 wurden zehn Babys geboren, es gab drei Hochzeiten, fünf Bewohner
starben.
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