Wie viele Straßen führen ins neue Wohngebiet?

Nicole Habbert, Mitglied der AG Barrierefreiheit (vorne): „Wenn das Bauvorhaben gestoppt wird, entfallen Wohnungen für behinderte Menschen.“

Stadtplaner, Architekt und Anwohner diskutieren Varianten.

Von Frauke Heiderhoff.
Thema: das Bauvorhaben östlich der Timm-Kröger-Straße. Stadtplaner Günther Leimert von der Verwaltung Schenefeld stellte Anwohnern und Interessierten drei Entwürfe zu seiner Erschließung vor.
Die in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossenen Anwohner von Schäferkamp, Fritz-Reuter-Platz und Gorch-Fock-Straße favorisieren Variante Nummer 2. Bei diesem Entwurf können Autos ausschließlich über die Altonaer Chaussee ins Wohngebiet fahren. Dabeneben gibt es lediglich Fahrrad- und Fußwege. Neue Zufahrtsstraßen sind nicht geplant. „Das Leben unserer Kinder ist dann nicht gefährdet. Wir können sie weiter sorglos spielen lassen“, so der Sprecher der Bürgerinitiative Sven Gaudian.
Jürgen Schubert, ebenfalls Anwohner, ist allerdings nicht angetan von dieser Lösung. Sein Sohn möchte an die Timm-Kröger-Terrassen ziehen. Eine einzige Straße von der Altonaer Chaussee ins Wohngebiet sei ihm zu wenig. Gerade Familien müssten problemlos und schnell ihr Haus erreichen können. Schubert zieht eine Erschließung des Gebiets auch über Timm-Kröger-Straße und Fritz-Reuther-Platz vor. Für diese Variante plädiert auch der Architekt Jens Förster. Sein Argument: Mit dieser Variante werde das Vorhaben privat erschlossen, und es gäbe mehr Platz zum Bauen.
Nicole Habbert, Mitglied der AG Barrierefreiheit, fürchtet Konsequenzen aus dem Streit zwischen Anwohnern und zukünftigen Interessenten. Würde das Bauvorhaben ganz gestoppt, entfallen Wohnungen für behinderte Menschen.
Leimert bezeichnete diese Sorge jedoch als unbegründet. Der Rat habe dem Aufstellungsbeschluss einstimmig zugestimmt.
Nun bestimmt die Kommunalpolitik, wie es weitergeht. Im Stadtentwicklungsausschuss entscheiden sich die Verantwortlichen für eine der Varianten. Nach mehreren Abwägungsprozessen fällt die endgültige Entscheidung in der Ratsversammlung. Das Verfahren wird voraussichtlich erst im April abgeschlossen sein.
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