Wie viel Platz braucht ein Schüler?

Eltern der Stadtteilschule Lurup verfolgten die Debatte um die Schulhofbebauung.

Eltern der Stadtteilschule Lurup gegen Wohnungsbau auf Erweiterungsflächen.

reinhard schwarz, lurup

Wie viel Platz braucht ein Schüler? Um diese Frage wird im Moment in Lurup hart gestritten. Weil der SPD-Senat den geplanten Schulneubau auf dem jetzigen Gelände des SV Lurup an der Flurstraße zum Teil mit Wohnungsbau finanzieren will, ist ein Streit um die Frage entbrannt, ob damit Schulhofflächen verloren gehen, die den Schülern fehlen werden.
Am Dienstag vergangener Woche diskutierten Vertreter von SPD, CDU, Grünen, Linken und des Elternrats der Stadtteilschule über die Frage einer zusätzlichen Wohnbebauung. Eingeladen hatte der Elternrat, der sich bereits vorab in einer Erklärung gegen eine Bebauung mit Wohnungen ausgesprochen hatte.
Bürgerschaftsabgeordneter Frank Schmitt (SPD) hatte einen schweren Stand. Unterstützung erhielt er von Thomas Adrian, SPD-Fraktionschef in der Altonaer Bezirksversammlung. Dieser verdeutlichte, dass vor allem die Finanzbehörde den Bau von Wohnungen auf der Schulfläche vorantreiben will. Der Bezirksversammlung sei es aber gelungen, deren Wünsche nach unten zu korrigieren. „Die Finanzbehörde wollte mehrgeschossigen Wohnungsbau auf der Fläche“, verdeutlichte Adrian. Auf dem Sportplatz sollen nun mehrere „Ein- bis Zweifamilienhäuser entstehen“, erklärte Schmitt.
Karsten Strasser (Die Linke) sprach sich gegen die „Privatisierung öffentlicher Flächen“ aus und forderte, „die gesamte Fläche des Sportplatzes für Schulflächen zur Verfügung zu stellen“. Bürgerschaftsabgeordnete Filiz Demirel (Grüne) erklärte: „Schulen sind Lebensräume. Es müssen genügend Flächen für die Kinder da sein.“ Karin Prien, CDU-Bürgerschaftsabgeordnete, wandte sich „gegen das Modell des Senats, Schulbauten über Wohnungsbau zu finanzieren“.
Die Kritiker der Senatspläne befürchten zudem: Ist erstmal eine bestimmte Fläche mit Wohnungen bebaut, steht diese für eine spätere Erweiterung der Schule nicht mehr zur Verfügung.
In der Bezirksversammlung vom Donnerstag stellte die Linke, unterstützt von CDU und FDP, den Antrag, auf den Wohnungsbau zu verzichten. SPD und Grüne sorgten mit ihrer Mehrheit dafür, dass der Antrag zwar nicht gänzlich abgelehnt, aber bis nach der Wahl auf Eis gelegt wird.

Das sagen Eltern


Kirsten Oelkers (44), ein Sohn (13), 7. Klasse:
„Ich bin gegen eine Wohnungsbebauung. Weil die Kinder den ganzen Tag in der Schule sind und die Spielflächen immer weiter reduziert werden, brauchen die den Platz.“

Cebrail Boga (48), Sohn (12), 7. Klasse:
„Ich finde, der Raum sollte nicht bebaut werden. Die Schule wächst; gerade die 1. und 2. Klassen mit den kleineren Kindern brauchen mehr Spielflächen.“

Dörte Determann (54), eine Tochter (14), 7. Klasse:
„Wir sind gegen die Wohnbebauung, um das Grundstück für die Schule zu erhalten. Wir brauchen einen großzügig geplanten Schulhof. Lurup ist ein sozialer Brennpunkt, wir haben hier zudem viele Inklusionskinder. Es gibt Konflikte und Streit, wenn der Platz fehlt.“

Christine Mootien (50), ein Sohn (11), 6. Klasse:
„Meiner Meinung nach wäre es eine Dummheit, die Situation jetzt nicht zu nutzen für die Schüler und die Schule, weil die Gelegenheit so nicht wieder kommt. Wir vergeben sonst eine einmalige Chance.“ RS
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