Wer links in den Lüttkamp abbiegt, wird bestraft

Der Lüttkamp kurz vor dem Eckhoffplatz: Im Vordergrund, rechts befindet sich das alte Parkhaus, das durch ein neues mit 400 Stellplätzen ersetzt werden soll. Ziel der Verkehrsplanung ist es, die Autofahrer (aus dieser Perspektive) nach links zu leiten, Richtung Luruper Hauptstraße, um Schleichverkehr durch den beruhigten Lüttkamp zu vermeiden. Foto: rs
Hamburg: Lurup |

Intelligente Ampelschaltung am Lurup Center soll Anwohner vor Schleichverkehr schützen

von Reinhard Schwarz
Der Lüttkamp bleibt verkehrsberuhigt, um die Anwohner vor Schleichverkehr zu schützen. Das ist der Wille der Kommunalpolitik. Doch mit dem Bau des Lurup Centers und dem Neubaugebiet auf dem benachbarten Gelände von Hermes Schleifmittel entsteht eine ganz neue Situation.
Vor allem der Bau eines Parkhauses mit rund 400 Plätzen stellt die Planer vor eine schwierige Aufgabe. Denn die Ausfahrt des neuen Parkhauses mündet in den Lüttkamp. Eine Ausfahrt soll nach rechts zur Luruper Hauptstraße führen, die andere nach links aber in den Lüttkamp. Ist da nicht der Schleichverkehr schon programmiert?
Nein, sagte Verkehrsplaner Rüdiger Martens von der Firma Argus kürzlich im Verkehrsausschuss des Bezirks. „70 bis 80 Prozent des Verkehrs“, der vom Parkhaus kommt, soll zur Luruper Hauptstraße abgeleitet werden. Mit einem Trick, der aus der Verhaltensforschung kommen könnte, sollen die Autofahrer in die „richtige“ Richtung gelenkt werden: Wer nach rechts Richtung Luruper Hauptstraße will, wird mit einer kurzen Ampelphase „belohnt“, wer nach links in die Lüttkamp will, mit einer langen Ampelphase „bestraft“.
Das verspricht Martens, doch die Politik bleibt misstrauisch. Tim Schmuckall, Verkehrsexperte der CDU Altona, fordert: „Wir wollen das schriftlich haben.“ Grund: Die Politik vor Ort befürchtet, von den übergeordneten Behörden über den Tisch gezogen zu werden. Das wäre fatal, denn die Kommunalpolitik steht bei den Lüttkamp-Anwohnern im Wort, dass an der Verkehrsberuhigung nicht gerüttelt wird. Das sieht auch Henrik Strate, Verkehrsexperte der SPD, so: „Es waren mir zu viele ‚könnte, sollte und möge’ dabei. Das klang noch nicht so verbindlich, wie wir uns das vorstellen.“
Hans-Jürgen Bardua vom Stadtteilplenum Luruper Forum ist da nicht ganz so misstrauisch wie die Kommunalpolitik: Der Verkehrsexperte Rüdiger Martens habe immerhin „versprochen, bei berechtigten Klagen noch mal eine Änderung vorzunehmen. Das finde ich ganz wichtig, zumal sich bekanntlich erst in der Praxis zeigt, wo die Fehler liegen“.
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2 Kommentare
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Martin Sünkenberg aus Lurup | 28.09.2011 | 13:10  
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Maike Heins aus Lurup | 28.09.2011 | 13:42  
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