Überlebenskünstlerin hilft Jugendlichen

Tabea Busch malt in ihrer Freizeit Bilder, zu ihrer eigenen Freude, aber auch für Auftraggeber. Foto: da
Hamburg: Stadtteilhaus Lurup |

Tabea Busch bekommt Hartz IV – und unterstützt Kids

Wer keine Wohnung hat, bekommt keinen Arbeitsplatz, ­und ohne Arbeitsplatz gibt es kaum Chancen auf eine Wohnung. Jugendlichen, die sich in diesem Teufelskreis verheddert haben, hilft Tabea Busch weiter. Manch ein Jungerwachsener schätzt Tabea Busch noch aus ihrer Zeit als selbstständige Tages- und Pflegemutter ­ und sucht sie deshalb auf. Zu Hause oder im Stadtteilhaus Lurup, wo die heute 49-Jährige ehrenamtlich arbeitet.
So engagiert Tabea Busch auch drei eigene Kinder, fünf Pflegekinder sowie Tageskinder auch aufgezogen hat – ­als selbstständige Erzieherin ging sie insolvent, danach bekam sie kein Arbeitslosengeld I, sondern Hartz IV. „Ich bin Überlebenskünstlerin“, sagt Tabea Busch über sich selbst.
Ihre Sechseinhalb-Zimmer-Wohnung, die sie für die Kinder-Tag-und-Nacht-Betreuung brauchte, musste die Arbeitslose aufgeben. Mit ihren drei leiblichen Kindern zog Tabea Busch in eine kleinere Wohnung. Und hatte eine Menge Schulden: Sie musste die Kos-ten für Umbauarbeiten der alten Unterkunft bezahlen.
„Durch die eigene Misere wird man schlau“, sagt Tabea Busch. Jugendliche, die sie um Rat fragen, ermuntert Tabea Busch, sich an Ämter zu wenden. Gleichzeitig weiß die gelernte Erzieherin, die drei Aktivjobs hatte, dass Behörden wie die Arge nicht immer fehlerfrei arbeiten. Das hat sie am eigenen Leib erfahren, als das Jobcenter zu Unrecht Geld von ihr verlangte. Sie antwortete prompt schriftlich, zitierte darin auch gleich den entsprechenden Paragrafen, der ihr Recht gab.
„Ich helfe Jugendlichen auch bei Schreiben an Ämter“, sagt Tabea Busch, die als Ehrenamtliche im Stadtteilhaus Lurup gegen eine Aufwandsentschädigung unter anderem mit Kindern arbeitet. Sie spielt mit ihnen Theater, bringt ihnen am Klavier auch mal Melodien bei und packt ansonsten am Böverstland 38 mit an, wo Hilfe gebraucht wird. Zu ihrer Arbeit im Stadtteilhaus sagt Tabea Busch: „Ich merke, dass ich ­ wie auch die anderen Teammitglieder ­ sehr gebraucht werde.“
Gerne kommt Tabea Busch, ­ die in ihrer Freizeit komponiert, malt und Rad fährt, ­ täglich ins Stadtteilhaus. Den ers-ten Arbeitsmarkt behält sie aber im Blick: „Ich hoffe, dass sich mir eines Tages die Tür öffnet zu einer Festanstellung als Erzieherin.“
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